Jahrhundertalent: Julia Ritter vom SuS Oberaden auf dem Weg zur WM nach Kolumbien

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Julia Ritter
 

Julia Ritter ist das, was man ein Naturtalent nennen kann. Als sie 2011 zufällig ihre Schwester Emily zum Leichtathletik­training begleitet und jemand ihr einen Schlagball in die Hand drückt mit den Worten „Wirf doch mal“, schafft sie aus dem Stand 40 Meter und nach einem Monat Training mit der Kugel die Qualifikation zur Westfalenmeisterschaft.

„Da war uns allen klar, dass wir da ein besonderes Talent entdeckt haben“, erinnert sich Peter Maeder, Jugendsportwart des SuS Oberaden. Tatsächlich entwickelten sich Julias Leistungen in rasantem Tempo. Gleich in ihrem dritten Wettkampf im Frühjahr 2012 wurde die damals 13-Jährige mit einer Wurfweite von 12,03 Meter Westfälische Jugendmeisterin. Auch mit der Diskusscheibe schaffte sie auf Anhieb meisterschaftstaugliche Weiten.

Inzwischen liegt ihre Kugel-Wurfweite bei über 18 Metern, womit sie in der Welt-Elite angekommen ist und das Ticket gelöst hat für die Junioren-Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Kolumbien.

Mit ihren 17 Jahren darf Julia Ritter in zwei Altersklassen starten – in der U18 mit einer drei Kilo schweren Kugel und in der U20 mit ­einer vier Kilo schweren Kugel. „Das höhere Gewicht macht sich schon bemerkbar“, gibt Julia zu. Hier stehe noch hartes Training an, bevor sie bei den „Erwachsenen“ ganz oben mitmachen kann. Doch die Oberadenerin ist hartes Training gewöhnt – und will es auch gar nicht anders haben. „Wenn ich morgens vor der Schule im Kraftraum bin, während sich die anderen in ihren Betten räkeln, dann denke ich schon mal: Was mache ich hier eigentlich? Aber nur kurz“, schmunzelt Julia.

Dabei hilft, dass Julia mit ihrer Familie fußläufig zur Römerbergsportanlage wohnt, aber auch, dass die Familie komplett sportverrückt ist. „Für uns gehören Trainingszeiten und Wettkämpfe zum Alltag“, so Julia. Papa Rainer Ritter hat inzwischen das Training für seine Tochter übernommen. „So ein Talent braucht einen kontinuierlichen Rhythmus, das können unsere vereinseigenen Trainer gar nicht leisten“, weiß Peter Maeder. Denn trainiert wird inzwischen täglich mehrere Stunden, im Kraftraum und auf dem Platz, im Winter in der Halle.

„Der Verein sorgt dafür, dass Julia immer alle Einrichtungen nutzen kann“, erklärt Rainer Ritter, „ich begleite sie beim Training und fahre mit ihr zu den Wettkämpfen.“ Für den technischen Feinschliff sorgen die Bundestrainer Klaus Schneider und Miroslav Jasinski im Rahmen von Workshops und Trainingscamps.
Eine Weltmeisterschaftsteilnahme ist aber auch für die Familie Ritter alles andere als Alltag, genau so wie für den SuS. „Allein die Teilnahme an der WM für einen unserer Sportler ist in der 50-jährigen Vereinsgeschichte einzigartig“, so Peter Maeder.

Auch Julias Schule, das Städtische Gymnasium Bergkamen, hat ihr großes Talent anerkannt. „Da wurden sogar schon mal Klausuren für mich verschoben“, lobt Julia Ritter. „Ohne diese Unterstützung ginge es auch gar nicht“, weiß sie. Als Alternative hätte sie ein Sportinternat besuchen können, „aber zum Glück kann ich es woanders nicht besser haben als hier“, freut sich Julia.

Dank der breiten Unterstützung, Julias großem Talent und ihrer Trainingsdisziplin hat sie es nun geschafft: Gemeinsam mit Sportlern aus ganz Deutschland fährt sie im Juli zur Junioren-Weltmeisterschaft nach Kolumbien. Dort rechnet sie sich große Chancen aus, denn die Konkurrenz kann ihr vor allem in Sachen Konstanz nicht das Wasser reichen. „Da gibt es zwar eine, die weiter wirft als ich. Die benutzt aber eine andere Technik, mit der man keine gleichbleibenden Wurfweiten erzielen kann“, erklärt die Oberadenerin. Auch der Vater ist zuversichtlich: „Julia ist ein Wettkampfmensch, sie braucht Applaus und diese energiegeladene Atmosphäre im Stadion, um über sich selbst hinauszuwachsen“, kennt er seine Tochter gut. Und in Kolumbien wird Julia nicht alleine sein, ein ganzer Fanclub bestehend aus Eltern, Schwester, Onkel, Tanten und Omas reist mit nach Südamerika.

Und auch der SuS Oberaden wird „seiner“ Julia die Daumen drücken: „Irgendjemand hat gesagt, die Julia wäre ein Jahrhundertalent. Dann werden wir sehen, ob das stimmt“, so Peter Mae­der.
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Jürgen Thoms aus Unna | 11.06.2015 | 14:12  
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