Legende beim SuS Oberaden: Helmut Schmidt

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Helmut Schmidt. (Foto: privat)
  1933 war ein turbulentes Jahr für die Geschichtsbücher. Die Weltwirtschaft steckte mitten in einer dauerhaften Krise, die Weimarer Republik war am Ende und Adolf Hitler übernahm die Macht. Einem 11-jährigen Jungen aus Bergkamen-Heil interessierte dies indessen alles kaum. Alles, was er wollte, war Fußball spielen. Und so trat er in den SuS Oberaden an, denn sein vorheriger Verein, "Rasensport 31 Heil", wurde kurz zuvor zwangsaufgelöst. Auch heute, 80 Jahre später, ist Helmut Schmidt immer noch dem Fußball treu ergeben. Selbstverständlich als Mitglied des SuS Oberaden.

"Ein außergewöhnliches Jubiläum", fanden auch die Verantwortlichen des
Vereins und feiern dies im Rahmen des Delegiertentags am 17. März
2013. Die Ehrung des langjährigen Mitglieds wird durch den Kreisvorsitzenden der Fußballer Horst Weischenberg, den Vorsitzenden der Fußballabteilung Oliver Pelster sowie den Präsidenten des Gesamtvereins Herbert Littwin durchgeführt.

Zuvor trafen sich der inzwischen 91-jährige Schmidt und der Vereinspräsident zu einem persönlichen Gespräch. Für Littwin eine spannende Zeitreise durch 80 Jahre Vereinsgeschichte:

Zwischen 1933 und 36 war Schmidt als Schülerspieler aktiv, bevor er in die Jugendabteilung wechselte. Dort spielte er bis zu seinem Einzug in die Kriegsmarine im Jahre 1940. Nach Kriegsende kehrte er zurück und kickte wieder für die Elf aus Oberaden. Getrieben von der Leidenschaft für das runde Leder, half er die erste Mannschaft des Vereins wieder aufzubauen. Als aktiver Spieler war er bis zum 30. Mai 1950 im Dress der Oberadener unterwegs. Im Anschluss an seine Spielerkarriere blieb er dem Sport treu, wechselte das grün-weiße Trikot gegen ein Schwarzes und war die nächsten 15 Jahre lang als
Unparteiischer in der Oberliga West, aus der die heutige Bundesliga hervorging, gern gesehen. Bekannte Mannschaften wie Schalke 04, Borussia Dortmund und der 1. FC Köln kamen ihm vor die strenge Pfeife. In diesem Rahmen traf er auch auf bekannte Größen des Fußballs, wie beispielsweise Hennes Weisweiler oder Jakob Koenen (Vorsitzender des FLVW Westfalen, Vizepräsident des Deutschen Sportbundes, Schatzmeister des DFB, nach Koenen ist die Jakob-Koenen-Straße in Kamen benannt, Sportschule Kaiserau).


Für den SuS Oberaden war Helmut Schmidt über viele Jahre in den
unterschiedlichsten Funktionen tätig: Vorsitzender, stellvertretender
Vorsitzender, Jugendleiter, Organisationsleiter, Trainer (1978 wurde
seine Mannschaft ungeschlagen Meister der Kreisliga B), Schiedsrichter, Förderring für die Jugend und vielfältigen weiteren Aufgabengebieten. Nebenbei erwarb er das Deutsche Sportabzeichen in Gold.


Gewürdigt wurde die Arbeit von Helmut Schmidt durch den Verein, den
Fußball- und Leichtathletik-Verband und die Stadt Bergkamen in vielfältigen Auszeichnungen und Urkunden:

20. Mai 1961die Verdienstnadel in Gold des FLVW
25. Januar 1978 hervorragende Verdienste um den Sport durch den Bürgermeister
22. Januar 1988 Ernennung zum Ehrenmitglied
10. April 1992 das Goldene Jugendleiterehrenzeichen

Aufgrund der Namensgleichheit mit dem Altkanzler wurde Helmut Schmidt
augenzwinkernd der "Kanzler von Oberaden" genannt. Heute befindet sich der Vereinsveteran im wohlverdienten Ruhestand aber sein größtes Hobby ist und bleibt der Fußball. Da seine Zeiten als Schiedsrichter lange vorbei sind, braucht er nicht mehr unparteiisch sein und kann mit reinem Gewissen seine königsblauen Schalker anfeuern. Den schwarz-gelben Borussen werden höchsten im internationalen Wettbewerb mal die Daumen gedrückt.

Die SuS Familie wünscht Helmut Schmidt für die Zukunft alles Gute und
Gesundheit.
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