RSV feiert: U 23-EM-Gold für Tatjana Paller!

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Das Siegertreppchen der Punktefahrer bei der U23 Bahnrad-EM in Portugal: Tatajana Paller (Mitte) holt Gold. (Foto: RSV)

„Das ist der Wahnsinn, ich bin völlig platt“, sagte Tatjana Paller nach dem Gewinn des EM-Titels im Punktefahren bei der Bahnrad-EM der U23 in Portugal. Gleichzeitig jubelten die RSVler, die zuhause im Internet diesen Wahnsinnslauf von Tatjana Paller verfolgten.

„Ich hatte mir schon einiges vorgenommen. Am Donnerstag beim Mannschaftszeitfahren habe ich mich nicht so gut gefühlt und bat den Bundestrainer, mich zu ersetzen. Als ich dann vor dem Punktefahren die Starterliste gesehen habe, wusste ich, dass es schwer wird." Mit der Straßenweltmeisterin Dideriksen (Dänemark), Lloyd (GB) und Balsamo (Italien) waren die Favoritenrollen deutlich verteilt.

Das Rennen nahmen die Frauen sehr ruhig in Angriff. Keine wollte den ersten Angriff setzen und so unnötig Kraft vergeuden. So wurde es die ersten 20 Runden nur dann schnell, wenn es um die Punkte ging. In diesen ersten beiden von zehn Wertungen konnte Tatjana Paller nicht punkten.

„Mir war von Anfang an klar, dass ich bei den Spurts keine Chance haben würde. So musste ich dann die Beine in die Hand nehmen. Nach der zweiten Wertung bin ich angetreten. Ich konnte auch ziemlich schnell den Rundengewinn erzielen und damit dann in Führung gehen.“ Die anderen Fahrerinnen ließen aber nicht locker. So musste Tatjana Paller an die Grenze und darüber hinausgehen. „Ich bin dann noch ein zweites Mal angetreten und schaffte erneut den Rundengewinn. Mit 40 Punkten lag ich knapp in Führung. Die, so wusste ich, würden nicht reichen.“

Anstatt mit der Situation zu hadern attackierte Tatjana Paller 14 Runden vor Schluss noch einmal und konnte sich vom Rest lösen. Fünf Punkte konnte sie in der vorletzten Wertung zwar einfahren, eine Medaille war sicher, aber nicht Gold. Da die Verfolger nicht aufschließen konnten fuhr sie dann einfach weiter.

„Die letzten 10 Runden wurden unheimlich schwer. Ich war zwischenzeitlich so platt, dass ich nicht einmal mehr auf die Anzeigetafel sehen konnte, wie der Punktestand ist. Ich bin dann einfach nur noch im Tunnel durchgefahren“.

Was sich im Nachhinein so leicht anhören mag, ist ein wahnsinniger Kampf gegen die Schmerzen im gesamten Körper. „Je näher ich dem Ziel kam desto mehr habe ich dann auch daran geglaubt durchzukommen. Freuen konnte ich mich im Ziel dann nicht. Ich habe den Bundestrainer oder Teamkollegen gesucht, weil ich nicht wusste auf welchem Platz ich gelandet bin. Als ich dann mitbekommen habe, dass ich gewonnen hatte, wusste ich nicht wohin mit der Freude. Es ist einfach nur ein geiles Gefühl.“

Jetzt will sie noch die Teamkolleginnen unterstützen und dann gemeinsam die Medaillen feiern.
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