TVU Athletinnen bei Deutschen Hallenmeisterschaften im Wechselbad der Gefühle

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Die fünf Teamkameradinnen (v.l.) Claudia Schulte, Ute Fischer, Maria Wolff, Dagmar Schulte und Tanja Tejero-Jurksas. (Foto: privat)

In Erfurt trafen sich jetzt knapp 1.100 der besten deutschen Leichtathleten der Seniorenklassen. Das hohe Leistungsniveau schlug sich in einigen deutschen und Europarekorden nieder. Im Weitsprung fiel sogar mit 4,97 m ein neuer Weltrekord durch Ramona Pfeiffer (W55) vom USV Halle. Auch fünf Sportlerinnen des TV Unna hatten sich qualifiziert und waren der Einladung des Thüringer Leichtathletik-Verbandes zur DM gefolgt.

Der Beginn war wenig erfolgversprechend. Im 60 m-Springt blieben Claudia Schulte und Tanja Tejero-Jurksas (beide W45) unter ihren Möglichkeiten und verpassten das Finale. Schulte hatte dann noch Pech beim Weitsprung. Nach zwei ungültigen Versuchen, die sie übergetreten hatte, lag auch die Weite des dritten Versuchs mit 4,11 m deutlich hinter ihrer Bestleistung.

Mit dem Speer fand Schulte jedoch immer mehr in den Wettbewerb, steigerte sich schließlich auf 27,64 m und erreichte damit Urkundenrang sieben. „Die Weite liegt nah an meiner persönlichen Bestleistung, ein ordentliches Resultat“, resümierte sie den ersten Wettkampftag.

Derweil hatte Maria Wolff (W50) Erfolg im Hochsprung. Mit erreichten 1,28 m lag sie knapp hinter der Fünften mit gleicher Höhe, aber mehr Fehlversuchen auf Platz sechs und zeigte sich sehr zufrieden. Im Weitsprung hingegen machte sich ihr krankheitsbedingter Trainingsrückstand bemerkbar, hier fehlte die Spritzigkeit für die Vollendung des Sprungs. Im Kugelstoßen reichte es mit Platz acht für einen Urkundenrang bei gleicher Weite wie die Siebte.

Ute Fischer (W50) griff mit einem Start über die 200 m Sprintdistanz in die Meisterschaften ein. Mit einem rhythmisch nicht ganz gelungenen Lauf kämpfte sie sich in 31,31 Sek. vom Platz elf der Meldeliste auf Platz sieben der Ergebnisliste vor. Die 400 m Läufe eröffneten den zweiten Wettkampftag. Hier konnte Fischer ihre Stärke im Schlusssprint nicht ausspielen und musste sich mit einer mäßigen Zeit und der Bronze-Medaille begnügen. „Es war vor allem ein mentales Problem“, erklärte sie die eher schwache zweite Runde, „ich bin zu wenig mutig aus der Kurve auf die Gegengerade gelaufen. Ärgerlich, weil Silber drin gewesen wäre.“

Dagmar Lütge (W45) trat ebenfalls über 400 m an und absolvierte damit ihren ersten Einzelstart bei einer DM. Mit ihrer Zeit (72,88 Sek.) konnte sie für die Wintersaison mit den begrenzten Trainingsmöglichkeiten für die Sprintausdauer zufrieden sein.

Emotionaler Höhepunkt

Emotionaler Höhepunkt sind immer die Staffelwettbewerbe über 4x200 m am Ende der Meisterschaften. Hier gab die Nationalmannschaft der 80-jährigen Männer eine Sondereinlage mit dem Ziel, den Europarekord zu knacken. Unter frenetischem Beifall der Zuschauer unterbot die Staffel mit 2:16,72 Min. um ganze fünf Sekunden den bisherigen Rekord und wurde angemessen bejubelt.

Auch das Team des TV Unna trat zur Staffel in der bewährten Besetzung der NRW-Meisterschaft an. Unter der stärkeren bundesweiten Konkurrenz war ein vierter Rang in greifbarer Nähe. So liefen Tanja Tejero-Jurksas, Claudia Schulte, Ute Fischer und Dagmar Lütge routiniert in einem beherzten Rennen mit 2:03,56 Min. an ihre Bestzeit heran. Wie erwartet lagen sie damit hinter den Staffeln aus Neukieritzsch, Paderborn und Korbach auf Platz vier. Als zur Siegerehrung gerufen wurde, war der TV Unna plötzlich mit dabei.

Eine der schnelleren Staffeln war disqualifiziert worden. Großer Jubel im Team begleitete die Verleihung der Bronze-Medaillen. Einige Zeit später jedoch gab es eine Korrektur. Der Widerspruch der betroffenen Staffel war akzeptiert worden. Wie gewonnen, so zerronnen. Im Wechselbad der Gefühle mussten die Medaillen wieder abgegeben werden.
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