Das Abenteuer begann danach: Holzwickeder auf dem Weltjugendtag in Brasilien

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Zum Gruppenbild mit Gastgebern fand man sich im 20.000 Einwohner großen Ort Portel am Amazonas im Bundesstaat Para zusammen. (Foto: privat)

Ende Juli fand in Brasilien der Weltjugendtag der Katholiken statt. Zu Gast war nicht nur Papst Franziskus, sondern auch eine Gruppe Jugendlicher der Katholischen Jugendgemeinde Holzwickede (KJG), die gemeinsam mit Mitgliedern der katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Dortmund nach Rio de Janeiro reisten. Mit dabei war auch die Holzwickederin Kristina Jahn, die für uns über die Reise berichtet.

Landung. Alle verlassen das Flugzeug. Auch die 31 Deutschen aus Holzwickede und Dortmund auf dem Weg zum Weltjugendtag. Sie laufen direkt wie gegen eine Wand - eine Wand aus schwüler, warmer Luft.
Vor dem Start wurde die Reise oft als Wundertüte bezeichnet. „Natürlich wussten wir, dass wir die erste Woche in Rio und auf dem Weltjugendtag sein würden“, erzählt Franziska Ceglarski. „Aber die anderen zwei Wochen haben wir die Planung in die Hände der Brasilianer gegeben.“

Franziska Ceglarski
und Anna-Maria Althelmig haben beide schon drei bzw. sechs Monate in Brasilien gelebt und ehrenamtlich in sozialen Projekten gearbeitet. Sie halfen tatkräftig bei der Planung der Reise und standen der ganzen Gruppe als Dolmetscherinnen zur Verfügung.

Für die Gruppe stellte sich im Nachhinein heraus, dass das „richtige“ Abenteuer erst in der zweiten Woche losgehen sollte. „Natürlich war der Weltjugendtag beeindruckend. 3,5 Millionen Menschen, die an der Copacabana übernachten, weil sie den gleichen Glauben haben - das war großartig. Auch die Sehenswürdigkeiten in Rio wie der Zuckerhut oder die Christusstatue waren atemberaubend“, sagt die 27-jährige Nina Lindemann, die von Seiten der KHG mitfuhr. „Aber trotzdem war da noch dieses Gefühl in dieser riesigen Stadt Tourist zu sein.“

Die wirklich tiefen Eindrücke folgten erst danach. Mit einem Schiff ging es für die Gruppe 18 bis 36-jähriger zwölf Stunden über den Amazonas (Übernachtung in Hängematten inklusive), bevor zuerst in Portel und dann in Breves Halt gemacht wurde.

In Portel wurde die Gruppe mit Feuerwerk und einem Fernsehteam des Lokalsenders, das auch während des gesamten Aufenthalts anwesend sein sollte, empfangen. „Man kam sich schon etwas vor wie eine kleine Berühmtheit“, sagt Omansick lächelnd.

Sowohl in der Woche am Amazonas als auch in der zweiten Woche in Crato und Recife standen hauptsächlich die Besuche von sozialen Projekten, zum Teil unterstützt vom Aktionskreis Pater Beda, auf dem Programm der Gruppe. „Wenn man in einer Suppenküche steht und gesagt bekommt, dass diese Kinder nur einmal in der Woche etwas Warmes zu essen bekommen, während man weiß, dass in unserer Unterkunft schon wieder das Essen im Überfluss auf einen wartet, da wird einem schon ganz anders“, erinnert sich Nina Lindemann an beeindruckende Momente. Allerdings half die Gruppe wo Sie konnte: zuvor eingesammelte Spenden kamen vielen Projekten zu Gute.

Und auch die Idee zu einer neuen Aktion wurde „aus der Not heraus“ geboren: Die Gruppe besuchte einen Bauernhof, auf dem Jugendliche und Kinder von der Straße lernen, wie man auf dem Land lebt. Allerdings ist ein Großteil des zugehörigen Landes noch nicht zu bewirtschaften, weil dazu ein Trecker benötigt würde. Diesen möchte die Gruppe nun für die Kinder aus Brasilien finanzieren.

Wer spenden möchte oder andere Ideen hat, diese Aktion zu unterstützen, kann sich im Pfarrbüro der Liebfrauengemeinde Holzwickede melden, Tel. 02301/2471.
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