Im Mittelpunkt das Ehrenamt

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Das Organisationsteam Ehrenamtsbörse: Hermann Strahl, Peter Esser, Heidrun Sievert, Rita Weißenberg, Michael Strauch und Theo Wiehagen
 
Renate Nick und Anabela Dias de Oliveira
Unna: Zentrum für Information und Bildung | Samstag 21. März 2015 I 10:00 bis 13:00 Uhr

Unsere 6. Ehrenamts- und Ideenbörse


KREISSTADT UNNA ■ In einem, von der Leiterin der Volkshochschule und Mitglied im Forum Generationen Unna, Rita Weißenberg, moderierten Gespräch am 2. März, das als „Warming-Up" zur 6. Ehrenamts- und Ideenbörse am 21. März 2015 verstanden wurde, versuchten Alfred Buß und Bürgermeister Werner Kolter Wege zu öffnen, die Einstiege ins Ehrenamt zu erleichtern. Können die  Ehrenamtlichen  selber über Zeit, Dauer und Umfang ihres Engagements entscheiden? Wie wertschätzen Verein, Verwaltung, Politik oder Kirchengemeinde unterschiedliche Talente und Leidenschaften? Was und wie kann ich für mein Engagement lernen? Kann man durch ehrenamtliche Berufung auch für den Beruf lernen?

Ein Drittel der Bürger engagiert sich ehrenamtlich
Ein weiteres Drittel wäre bereit, wenn ein Einsatzfeld passt und keine Überforderung droht. Glück teilen, Gesellschaft mitgestalten, zusammenwirken, Elend mildern. Alfred Buß, der Präses von Westfalen, in ruheständiger Bewegung, warb in einem Impulsreferat für die Unnaer Ehrenamtsbörse.
„Gutes tun, tut gut!“
und ehrenamtliches Engagement ist als persönliche Entwicklungschance zu be- und ergreifen.
Es ist es Geben und Nehmen. Wer sich für andere engagiert, bringt nicht nur Zeit, Kraft, Energie, gute Ideen und meistens auch viel Herzblut in die Arbeit ein, sondern kann auch Vielfältiges für Herz, Hirn und Muskeln zurückbekommen".

Und was wäre, wenn unsere „Ehrenamtler“ eine Woche lang in den Streik treten würden, so formulierte es Bürgermeister Werner Kolter an dieser „Warming-Up" Veranstalung. Der Einsatz der freiwilligen Feuerwehr, die Essensausgabe bei der Tafel waren nur einige Beispiele, die nicht ohne „Ehrenamtler“ funktionieren. Ohne Ehrenamt ist unsere Stadt ganz schön trist, so Werner Kolter.


Anregungen aus der Praxis der Ehrenamtsarbeit
Die heutige Ehrenamts- und Ideenbörse bot mit rund dreißig Ständen Gelegenheit, Anregungen aus der Praxis zu holen. Unterschiedlichste Einrichtungen präsentierten Projekte aus Bereichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, mit älteren Menschen, in den Bereichen Bildung, Integration, Kultur und mehr.


Unter den heutigen Besuchern war auch Dezernent (im Ruhestand) Uwe Kornatz, Wolfgang Rickert (Ordnungsamtsleiter im Ruhestand), Vorsitzender des AWO-Vereins Unna-Oberstadt, Massens Ortsvorsteher Dr. Peter Kracht, Michael Tietze (ehrenamtlicher Schiedsmann.) Unsere stellvertretende Bürgermeisterin , Renate Nick. Sie informierte sich bei einem Rundgang. Ihre Aussagen aus dem letzten Jahr sind immer noch aktuell:
Eins ist mir ganz wichtig:
Danke zu sagen, an die vielen Ehrenamtlichen, die sich einer gesellschaftlichen Verantwortung stellen. Sie stellen unentgeltlich ihre Arbeitskraft, ihre Zeit zur Verfügung und sind schon nur mit einem „Dankeschön“ zufrieden.
Die persönlichen Belastungen durch ein Ehrenamt verdienen höchsten Respekt, nicht immer läuft alles rund, viel Zeit wird investiert, Familie und Freunde werden häufig dadurch vernachlässigt, zwar wird der Bekanntenkreis größer, aber man gibt auch viel Privates auf.

Vielen Menschen ist es nicht bewusst, ob berufliches oder ehrenamtliches Engagement dahintersteckt . In den Einrichtungen verwischt sich das häufig. Diese wären aber mit nur hauptamtlichen Kräften nicht überlebensfähig. Sie sind auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Daher ist für die Entwicklung dieser Verbände das ehrenamtliche Engagement einfach unverzichtbar, dass heißt., unsere Gesellschaft ist auf ein breites ehrenamtliche Engagement angewiesen. Ohne, würde das gesellschaftliche Leben an ganz vielen Stellen zusammenbrechen, wenn nicht vielleicht sogar ganz. Von daher ist die heutige Ehrenamts- und Ideenbörse eine ganz wichtige Veranstaltung gewesen. Nicht nur um auf sich, auf das Ehrenamt aufmerksam zu machen, sondern vor allen Dingen um das Interesse am Ehrenamt zu wecken. Ich glaube, das ist auch an einigen Stellen gelungen. Ich hoffe, dass das Interesse zu helfen, sich zu verpflichten bleibt und die Freude mehr Gewicht hat, als Ärger, der nicht immer ganz auszuschließen ist.

Daher ist es mir auch wichtig, bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen und zu fördern. Ehrenamt soll Freude machen, es ist eine Aufgabe, es ist Gemeinschaft. Wir alle müssen behutsam und sorgfältig damit umgehen, denn es ist ein zerbrechliches Gut. Ein Gut von unschätzbarem Wert, dass auch in besonderem Maße Städten/Gemeinden und damit allen Bürgerinnen und Bürgern zu Gute kommt. Ich wiederhole mich hier gerne, ohne das Ehrenamt in Vereinen und in anderen Institutionen würden viele gute Dienste entfallen, weil sie von der Kommune nicht geleistet werden können.
Wir nehmen die kostenlose ehrenamtliche Tätigkeit gerne in Anspruch, aber auch das „Dankeschön“
dafür kostet nichts. Warum sagen wir es dann nicht viel öfter.

Die Organisatoren dieser Ehrenamts- und Ideenbörse
● Forum Generationen Unna
● Volkshochschule Unna Fröndenberg Holzwickede
● Caritasverband für den Kreis Unna
● Arbeiterwohlfahrt Unna
● Ev. Kirchenkreis Unna und Diakonie Ruhr-Hellweg e. V.

Ehrenamtliche leben länger
Zu diesem Ergebnis kamen Psychologen der Universität von Michigan (USA) in einer Studie mit gut 1200 Personen, die über 65 Jahre alt waren. 35 Prozent dieser Gruppe waren regelmäßig für soziale Einrichtungen tätig. Nach achtjähriger Forschung, in der die Gesundheitsdaten der Testpersonen erhoben wurden, stellten die Forscher fest:
Wer regelmäßig für eine einzige Einrichtung ehrenamtlich tätig ist, hat eine um 40 Prozent höhere Chance, länger zu leben, als derjenige, der sich nicht sozial engagiert.

Fotos © Jürgen Thoms
22.03.15 19:09:31
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2 Kommentare
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Franz Burger aus Bottrop | 22.03.2015 | 19:31  
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Jürgen Thoms aus Unna | 16.04.2015 | 11:25  
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