Sommerexkursion des Historischen Vereins

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Die Exkursion führte unter anderem in den Regierungsbunker. (Foto: privat)

Eine wahrhaft spannende „Geschichtsstunde“ erlebten die Teilnehmer der Sommerexkursion des Historischen Vereins zu Unna: Die Bustour führte nach Bad Neuenahr/Ahrweiler und nach Bonn.

Während in der Bundeskunsthalle die Sonderausstellung über Archäologische Schätze aus dem Iran auf dem Programm stand, ging es am Morgen bereits in die „Dokumentationsstäte Regierungsbunker“ am Silberberg in Ahrweiler. Der ist mittlerweile zurückgebaut, aber auf genau 203 Metern noch im Originalzustand erhalten und zu besichtigen.

Hier, tief unter dem Silberberg, wurde unter höchster Geheimhaltung in den 1950er- und 1960er Jahren ein „Regierungsbunker“ für 3.000 Menschen aus den Bonner Ministerien angelegt, der bei einem drohenden atomaren Angriff der Sowjetunion diesen 3.000 „Regierenden“ im Bunker für einen Monat lang Schutz und Sicherheit bieten sollte. Die Regierungsgeschäfte sollten von hieraus geführt werden.

Kosten für den Bunker

Die Kosten für das monströse Werk schlugen seinerzeit mit sagenhaften 4,75 Milliarden D-Mark zu Buche. Die Anlage (vermeintlich) geheime Anlage kam zum Glück nie zum Einsatz. Bei der Führung kam zwangsläufig die Frage auf: Was hätte die Regierung nach dem einen Monat im Bunker gemacht? Hinaus in das verstrahlte Deutschland? Und: Hätte es überhaupt noch Menschen gegeben, die man hätte regieren können?

Es gibt Dokumente, die belegen, dass die „Spitze“ der Bundesrepublik hier wohl gar nicht versammelt gewesen wäre, sondern bei drohendem russischen Atom-Erstschlag noch rechtzeitig mit der Bundesluftwaffe (und mitsamt ihren Frauen und Kindern) das Weite gesucht hätte.
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