Kunst braucht Förderer!

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Freude auf beiden Seiten:Stellvertretend für den Förderverein "Kultur in Langenberg", überreichte Vorsitzender Arndt Backhaus eine Spende in Höhe von 5000 Euro an den Kunsthaus-Vorsitzenden und künstlerischen Leiter des AlldieKunsthauses Norbert Bauer.
 
Der Vorstand des Fördervereins "Kultur in Langenberg" (von links): Roland Franz, Arndt Backhaus, Gerda Klingenfuß und Dr. Christian Reppekus.
 
Arndt Backhaus, Vorsitzender des Fördervereins "Kultur in Langenberg".
Förderverein „Kultur in Langenberg“ übergibt Spende an das "Kunsthaus Langenberg" und zieht Jahresbilanz.

Gute Stimmung im AlldieKunst-Haus. Der Grund: Für einen guten Start in das neue Kunst- und Kulturjahr sorgte eine Spende des Fördervereins „Kultur in Langenberg“. In den Räumlichkeiten des Alldiekunst-Hauses, überreichte der Vorsitzende des Fördervereins, Arndt Backhaus einen Scheck in Höhe von 5.000 Euro an Norbert Bauer, Vorsitzender des Vereins „Kunsthaus Langenberg“.

Auch wenn sich die dunklen Wolken, die Anfang des Jahres bezüglich der finanziellen Lage des AlldieKunst-Hauses heraufgezogen waren (der Stadtanzeiger berichtete), weitestgehend gelichtet haben, ist der Verein auch weiterhin dringend auf Spendengelder und die Unterstützung kulturbeflissener Menschen angewiesen. Das betonte auch Norbert Bauer in seinen Dankesworten bei der Spendenübergabe: „Auch im nächsten Jahr werden wieder viele kulturelle Aktivitäten im AlldieKunst-Haus stattfinden. Das breite Spektrum von Kleinkunst, Konzerten und wechselnden Ausstellungen bedarf einer gesicherten Finanzierung. Daher freuen wir uns besonders über die erneute Zuwendung des Fördervereins.“ Der im Jahr 2009 gegründete Verein fördert seit 2015 das Kunsthausprojekt AlldieKunst, das damals kurz vor dem Aus zu stehen schien. Mit vereinten Kräften und kurzfristiger Unterstützung von vielen Seiten - unter anderem zahlreicher privater Sponsoren, die einem Appell des Bürgervereins folgten - gelang es, die Krisensituation zu überwinden. Eine Zusammenarbeit mit der Musik- und Kunstschule ermöglicht inzwischen eine dauerhafte Beteiligung an den Betriebskosten seitens der Stadt und auch Sparkasse, Stadtwerke und KVV tragen dazu bei, dass die Arbeit des Kunsthauses erfolgreich fortgesetzt werden kann. Im vergangenen Jahr habe der Förderverein daher Einnahmen aus Spenden und Beiträgen in Höhe von rund 20.000 Euro generieren können, freuen sich Arndt Backhaus und sein Team.
„Finanziert wurden daraus unter anderem die Installation der Dauerausstellung „Grundsteinkisten“ im Wandelgang des Historischen Bürgerhauses, die seit seiner Eröffnung, Anfang September, rund 500 zahlende Besucher zu verzeichnen hatte“, so Gerd Rocholz, zweiter Vorsitzender des Kunsthauses Langenberg. „Außerdem ist die Herausgabe des Buches „Die Grundsteinkiste“, mit Kurzportraits der 405 beteiligten Künstler und einem Rückblick auf 20 Jahre Kunsthaus-Arbeit mit diesen Geldern finanziert worden.“ Darüber hinaus seien allein im vergangenen Jahr 30 Veranstaltungen, mit mehr als 2.000 Besuchern mit Hilfe dieser Gelder ermöglicht worden. Nicht zu vergessen die regelmäßigen Kunstausstellungen und die Theaterwerkstatt mit Laienschauspielern als Bürgertheater, Theaterworkshops und mit eigenen Inszenierungen, so Rocholz.

Kunst kann aus sich selbst heraus nicht existieren

Doch auch wenn sich aus diesen Projekten regelmäßige Einnahmen ergeben und auch das Sponsoring privater Spender eine positive Tendenz verzeichnet, fehlt der Finanzierung des Vereins auch heute noch eine wichtige Komponente: Die Langfristigkeit. Darin sind sich alle Beteiligten einig.
„Kunst kann aus sich selbst heraus nicht existieren. Daher liegt die Hauptaufgabe des Fördervereins nicht im Kreativen, sondern vielmehr darin, finanzielle Mittel einzuwerben und mit der entsprechenden Überzeugungskraft auf allen Ebenen, Subventionen zu generieren“, so Dr. Christian Reppekus, Vorstandsmitglied des Fördervereins. „Unser Augenmerk liegt dabei vor allen Dingen auf dem langfristigen Erhalt der Langenberger Kulturinstitution AlldieKunst. Zumindest für dieses Jahr und das erste Halbjahr 2017 ist uns das bisher gelungen. Doch von Planungssicherheit, die eine dauerhafte Kultureinrichtung zwingend benötigt, kann für die Zeit danach keine Rede sein.“ Die Enttäuschung bezüglich dieses Umstandes ist den anwesenden Vertretern anzumerken. Das langjährige, große ehrenamtliche Engagement der Mitarbeiter des Kunsthauses und hier besonders von AlldieKunst, findet gerade im gewerblichen Sponsoring nicht die erwartete Anerkennung. Und dass, obwohl die Resonanz gerade aus der Velberter Unternehmerwelt durchweg positiv ist und voll des Lobes.

Verein hofft auf dauerhafte Spenden von Großunternehmen

Dabei wäre die Sache einfach. Für eine dauerhafte, gesicherte Finanzierung, benötige man zehn Unternehmen, die bereit seien, dauerhaft eine jährliche Spende von 2000 Euro zuzusichern. Christian Reppekus, selbst Velberter Unternehmer: „Wir haben in Velbert einige große Unternehmen mit hohem Umsatzvolumen. Die Spendengelder sind von der Steuer voll absetzbar. Für mich ist daher unverständlich, warum hier eine so geringe Spendenbereitschaft besteht. Das ist für uns sehr enttäuschend.“ Eine entspannte Finanzlage würde gerade für die rund 30 hochmotivierten, ehrenamtlichen Mitarbeiter ein hohes Maß an Erleichterung bringen und man hofft auch weiterhin darauf, große Unternehmen von der Vision die sich hinter AlldieKunst als erweiterter „öffentlicher Raum“ und als künstlerisch kreative  „Probebühne“ verbirgt, überzeugen zu können. Schon in früheren Jahren hatte der Verein Kunsthaus Langenberg mit Projekten wie der „Grundsteinkiste“ und den Ausstellungen „Tuchfühlung I“ und „Tuchfühlung II“ die Kunstszene Langenbergs über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht und der Stadt viel Beachtung auch außerhalb der Kunstszene beschert. Doch bis es soweit wieder ist, werden die kreativen Köpfe rund um das Kunsthaus Langenberg weiterhin mit ausgefallenen Ideen, Kabarett, Musikbands, Comedy, Theater und Vernissagen, diese Kultstätte als Kommunikations-Treffpunkt für alle Bürger versuchen zu erhalten. Ihr Traum: Langenberg zum Kunst- und Kultur-Stadtteil von Velbert zu machen. Das Historischen Bürgerhaus mit Wandelgang, die Event-Kirche, die VG, die Galerie 23 und das Alldiekunst-Haus bieten hierfür eine gute Voraussetzung.

Geplante Aktivitäten 2017:

- Zahlreiche wechselnde Veranstaltungen, darunter Kleinkunst vom Feinsten mit Kabarettist Jürgen Becker oder dem Bochumer Schriftsteller Frank Goosen oder die Berliner Coverband „The Doors of perception“
- Ausstellung „Kunst, Handwerk und Design“ mit 33 Ausstellern
- Theaterwerkstatt und Neuinszenierungen
- Die Ausstellung der Kölner Künstlerin Ulla Horky - Inside deep all - wurde bis zum 12. Februar verlängert.

Nähere Infos zu allen Veranstaltungen gibt es unter www.alldiekunst.com.
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