Flugzeuge in Nierenhof

Anzeige
Hier wird Teamarbeit groß geschrieben: Die beiden Auszubildenden, Tonio Paland und Maximilian Käufer, Klaus Tüller, Simulatortechniker, Renate Plath-Kliourfeld, Verkaufsleiterin und Mike Stieber, Elektroniker (von links), sind nur ein Teil der rund 40-köpfigen „TFC-Crew“, die sich auf den Flugsimulatorenbau spezialisiert hat. Fotos: von Lauff
 

Von außen gesandstrahlt, von innen nach neuesten technischen und architektonischen Maßstäben stilvoll „aufgepimpt“, ohne dabei dem alten Gebäude seine Würde zu nehmen, so präsentiert sich das ehemalige Verwaltungsgebäude der einstigen Bandweberei Conze & Colsmann an der Bonsfelder Straße unmittelbar nach seiner Restaurierung.

„Das Gebäude hat mich von Anfang an fasziniert. Die Idee, hier Altes mit Neuem zu verbinden, bot sich für unser Unternehmen an“, so Frank Käufer, Chef und Gründer des Unternehmens TFC Simulatoren und Technik. „Für unsere Kundenbesuche aus aller Welt waren auf der einen Seite repräsentative Räumlichkeiten wichtig geworden, auf der anderen Seite benötigten wir große Lager- und Produktionsstätten.“

Bis zu zehn Flugzeugkabinen finden hier auf rund 17.000 Quadratmetern Platz. In den Produktionshallen wird nicht selten an drei Kabinensimulatoren gleichzeitig gearbeitet. Vom Formen- und Stahlbau bis hin zur Holzverarbeitung, Elektronik und Konstruktion, wird in den Werkshallen von A bis Z alles aus einer Hand hergestellt. Rund 40 Spezialisten konstruieren, schleifen, fräsen, bis der Flugzeugrumpf samt Cockpit originalgetreu alles bietet, was für ein perfektes Sicherheitstraining der Crew notwendig ist. „Wir beliefern Airlines weltweit, von Europa über Dubai und Katar bis Neukaledonien ist alles dabei, darunter Fluggesellschaften wie KLM, Lufthansa, Alitalia oder Emirates Airline“, so Renate Plath-Kliourfeld, Verkaufsleiterin und seit acht Jahren für die Kundenkontakte und Projektbegleitung verantwortlich. „Wir verlegen sozusagen den Unterricht des Flugpersonals aus dem Klassenzimmer in die Kabine. Für den richtigen Lerneffekt muss daher alles so authentisch wie möglich sein.“ Man habe sich auf das Training in Kabinen spezialisiert und dabei habe jede Fluggesellschaft abhängig vom Kulturkreis ihre eigene Trainingsphilosophie. Natürlich gebe es Sicherheitsstandards, doch darüber hinaus seien die Trainingspakete individuell auf den Kunden abgestimmt, so Plath-Kliourfeld. Eine spezielle Instructor-Kabine steuere die Trainingseinheiten wie Evakuierungs-, Türöffnungs-, oder Kommunikationstraining, aber auch Ernstfälle, wie Feuer und Rauch oder der Einsatz der Notrutsche müssten geübt werden.

Dass alles so echt wie möglich wirkt, dafür sorgen visuelle und akustische Reize. „Die Instructor-Kabine steuert die entsprechende Simulationssituation. Bei Turbulenzen, Wasserlandung oder ‚über die Bahn hinaus’, zeigen die Monitore an den Fenstern die jeweils passenden Filmaufnahmen dieser Notsituation. Und natürlich werden Licht und Geräusche ebenfalls darauf abgestimmt.“ Was für welche Airline darüber hinaus noch besonders wichtig ist, damit sich der Fluggast in einer Notfallsituation 100-prozentig sicher fühlen kann, wird in vielen persönlichen Gesprächen mit dem Kunden erarbeitet.
Frank Käufer: „Für viele Kunden, die aus einem anderen Kulturkreis stammen, hat gerade dieses Gebäude mit seiner 200 Jahre alten Historie als ehemaliges Traditionsunternehmen einer alteingesessenen Unternehmerfamilie eine besondere Faszination.“
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.