Interview: Velberterin Heidi Becher über ihre spannende Zeit bei „The Taste“

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Ein bisschen kannte man sie auch schon vorher, schließlich steht sie nicht zum ersten Mal vor laufenden Kameras. Bereits vor einiger Zeit erkochte sich Heidi Becher aus Velbert ihre Lorbeeren bei der VOX-Kochsendung „Unter Volldampf“ und auch bei der ZDF-„Küchenschlacht“ stand sie mit ihren Kochkünsten im Rampenlicht.

Mit ihren Kochauftritten bei „The Taste“ (der Geschmack), einer neuen Kochshow auf Sat.1, bei der eine Jury - bestehend aus bekannten Fernseh- und Sterneköchen - das Kochtalent der Kandidaten bewertet, stürmte die vitale 69-Jährige aus Birth nun die Herzen der Zuschauer und erlangte über Nacht einige Berühmtheit. Das Spannende: Die Jury weiß nicht, wer hinter welchem Gericht steht, ist es ein Profi oder ein Laie? Dem Gewinner winken 100.000 Euro. Im Stadtanzeiger-Interview erzählt Heidi Becher von ihren Erfahrungen während der Dreharbeiten.

Frau Becher, wer in der letzten Zeit mittwochabends die Kochshow „The Taste“ verfolgt hat, hat sie dort als schlagfertige, lebenslustige ältere Dame kennengelernt. Aber auch Tränen gab es schon, so wie am Mittwochabend. Ist das im normalen Leben auch so?

Oh ja. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich nicht verstellen kann. Ich bin immer authentisch. Dazu gehört halt auch, dass ich nah am Wasser gebaut bin, wenn ich mich aufrege und unter Druck gerate. Und das war am Mittwoch der Fall. Als ich hörte, dass ein Nachtisch gekocht werden soll, habe ich mir nicht mehr viele Chancen ausgerechnet. Da war ich echt sauer und frustriert. Um so größer war natürlich die Euphorie, als ich mich gegen meine Konkurrenten durchgesetzt hatte. Meine Emotionen kann ich nicht verstecken. Auch vor laufender Kamera bin ich so wie ich bin.

Auch beim Kochen?

Ja natürlich. Dabei darf man sich nicht verdrehen. Kochen hat mir immer schon Spaß gemacht und hat auch viel mit Gefühlen zu tun. Man muss auch vor laufenden Kameras „sein Ding“ machen, auch wenn die Umstände natürlich schon aufregend sind. Wer zuviel will, geht ein zu hohes Risiko ein, lässt sich sehr extravagante Gerichte einfallen oder würzt zu stark.

Und wie speziell sind die Umstände bei einem solchen Dreh?

Das kann sich ein Außenstehender kaum vorstellen. Während die vorherigen Kochsendungen, an denen ich teilgenommen habe‚ eher in „Wohnzimmer“ stattfanden, ist das jetzt „Stadionformat“. Und wenn ich Stadion sage, meine ich auch Stadion. Allein 16 Kochplätze gibt es Backstage, ein riesiges Versorgungsteam, zwei Köche und natürlich unendlich viel Kochutensilien und Vorräte stehen den Kandidaten zur Verfügung. Ein echtes Schlaraffenland für alle Köche. Und immer sind die Kameras dabei. Allein vier pro Küchenteam.

Und wie war das Verhältnis unter den Kochkandidaten? Gab es auch mal „Rumgezicke“, als der Konkurrenzdruck stieg?

Nein, überhaupt nicht. Es war immer ein Miteinander und der Spaß stand im Vordergrund. Natürlich hat man sich innerhalb der Teams gegenseitig gestärkt. Aber das wurde eher sportlich gesehen. Man muss sich mal vorstellen: Wir sind während der Aufzeichnungen ja ununterbrochen zusammen. Im Hotel, beim Essen, bei den Dreharbeiten, immer war man zusammen. Da kommt man sich schnell näher, Freundschaften entstehen, und wenn einer gehen musste, ist das sehr traurig.

Wie kommt man darauf, bei einer Koch-Show mitzumachen?

Für mich heißt Leben erleben. Ich probiere gerne Dinge aus und habe immer noch Lust auf Neues. Es gab Tausende Bewerber. Da war die Chance nicht wirklich groß, dabei zu sein. Um so stolzer ist man dann natürlich, wenn man als Nicht-Profi dabei sein darf.

Was war für Sie die größte Herausforderung?

Das war natürlich eine sehr aufregende Zeit, die ich nicht missen möchte. Aber genauso aufregend ist jetzt die Zeit danach. Was bei den Filmarbeiten heraus gekommen ist, sehe ich auch jetzt erst, genauso wie alle anderen Zuschauer mittwochabends. Und das ist tatsächlich noch mal eine große Herausforderung. Man weiß ja schon gar nicht mehr, was man gesagt hat, wie man aussah, dann die Tränen oder Wutausbrüche, alleine seine eigene Stimme zu hören ist eine Herausforderung. Da sitzt man wirklich zitternd vorm Fernseher.

Was nehmen sie aus dieser Zeit mit?

Viele tolle Erinnerungen: an ein super Team und nette Menschen. Ich hoffe, die Kontakte bleiben bestehen.

Infos:
The Taste, Deutschlands größte Kochshow in sechs Folgen
Wann: mittwochs um 20.15 Uhr
Wo: Sat.1
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1 Kommentar
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Bärbel Müller aus Velbert | 27.11.2013 | 11:15  
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