Ungewisse Zukunft

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  Velbert: Haus Maria Frieden | Die Eltern, deren Kinder in der Kindertagestätte „Haus Maria Frieden“ betreut werden, sehen der Zukunft der Einrichtung mit Sorge entgegen. Und das nicht ohne Grund: Der Kita droht die Schließung, wenn nicht eine langfristige Lösung bezüglich der Finanzierung gefunden wird. Zwar ist das Betreuungsjahr 2015/2016 gesichert, wie es aber anschließend weiter geht, ist noch ungewiss.
„Es wäre wirklich schade, wenn solch eine tolle Kindertagesstätte schließen muss“, sagt Farina Harms vom Elternbeirat. „Die Erzieher leisten eine tolle Arbeit. Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen ist groß und die Warteliste dementsprechend lang.“

Einrichtung bekommt einen neuen Träger

Doch auf Dauer fehlen die finanziellen Mittel zum Erhalt der Kita: Insgesamt 91 Prozent der jährlich anfallenden Kosten werden von der Stadt Velbert getragen, die übrigen neun Prozent, rund 30.000 Euro, musste bisher der Träger, die Congregatio Jesu (Maria Ward Schwestern), übernehmen. „Dieses Geld kann der Träger aber nicht mehr aufbringen“, so Peter Huyeng, Einrichtungsleiter des Kinder- und Jugendhilfezentrums „Haus Maria Frieden“, zu dem die Kita gehört. „Im nächsten Jahr soll es auch zu einem Trägerwechsel kommen“, informiert Huyeng. „Dafür wird eine Stiftung gegründet.“ Damit hätte die Einrichtung einen eigenständigen Rechtsträger, doch ob der dann den Eigenanteil aufbringen kann, ist auch noch nicht klar.
Dass das kommende Betreuungsjahr finanziell gestemmt werden konnte, liegt daran, dass eine andere Kita aus Velbert-Mitte auf einen Teil ihrer Fördermittel zugunsten des „Haus Maria Frieden“ verzichtet hat und dass die Congregatio Jesu nochmal einmalig Geld dafür aufwenden konnte. „Nun laufen Gespräche, damit wir eine langfristige Lösung finden“, so Huyeng.
Auf weitere Unterstützung der Stadt könne man erstmal nicht hoffen. Das liegt unter anderem an der angespannten Haushaltslage. „Wir können und dürfen auch keine grundsätzliche Kostenübernahme zusagen“, informiert Ingrid Treitz, Mitarbeiterin des Fachbereichs Jugend, Familie und Soziales. „Wir können nur für jedes Jahr aufs Neue entscheiden, ob noch zusätzliches Geld für förderbedürftige Kitas gezahlt werden kann.“ Hinzu komme, dass die Prognosen besagen, dass der Bedarf nach Kita-Plätzen im Sozialraum Langenberg-Mitte sinken wird. „Das wurde durch unsere Fachabteilung auch bei den Haushaltsberatungen im November vorgerechnet.“ So stünden demnach bald 390 Kindern insgesamt 406 Plätze zur Verfügung. Und schließlich steige dieses Platzüberangebot in Langenberg sogar.
„In Velbert-Mitte hingegen ist es umgekehrt, dort werden laut der Prognosen bald mehr Betreuungsplätze benötigt als derzeit vorhanden sind.“ So könne es hier zur Errichtung einer neuen Kita kommen.
„Diesen Zahlen können wir natürlich nicht widersprechen“, ist sich Farina Harms bewusst, gibt jedoch zu bedenken, dass dabei nicht über die Grenzen der Sozialräume hinaus gedacht wird. „Unsere Kita liegt an der Grenze des Sozialraumes und es gibt Eltern, die in Velbert-Mitte wohnen, ihr Kind aber in unserer Einrichtung betreuen lassen möchten.“
Auch hier seien der Stadt die Hände gebunden. „Laut einer aktuellen Rechtssprechung müssen wir es als Stadt gewährleisten, dass die jeweilige Kita nur 30 Minuten Fahrtweg beziehungsweise fünf Kilometer vom Wohnort entfernt liegt.“ Natürlich könne es zu Ausnahmen kommen, generell müsse man sich aber an dieser Richtlinie orientieren und jeden Sozialraum unabhängig voneinander betrachten.

Zuversicht bei der Leiterin der Kita

Für die betroffenen Eltern eine äußerst unbefriedigende Situation, auch wenn man alles daran setze, die Schließung zu verhindern. „Ich bin begeistert, wie engagiert sich die Eltern für den langfristigen Erhalt der Kita einbringen“, freut sich auch Heidi Rümenapp, Leiterin der Kita „Haus Maria Frieden.“ Noch sei sie zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden wird. „Denn auch Herr Huyeng führt sehr engagiert viele Gespräche auf verschiedenen Ebenen.“

Infos zu der Einrichtung:

-Die Kita „Haus Maria Frieden“ bietet Platz für 30 Kinder in zwei teiloffenen Gruppen (Kindernest für Kinder von ein bis drei Jahre/zehn Kinder und die Papageiengruppe für Kinder von drei bis sechs Jahre/20 Kinder)
-Die Betreuung findet von 7.15 bis 16.30 Uhr statt.
-Kooperationspartner sind das staatlich anerkannte Familienzentrum Langenberg-Mitte und das Katholische Familienzentrum St. Michael und Paulus.
-Das Team: Sieben Pädagoginnen mit Engagement und Zusatzqualifikationen
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