Eintagsfliege bringt Leben ins Schloss Hardenberg

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  Velbert: Schloss Hardenberg | Spukt es im Herrenhaus des Hardenberger Schlosses? Hinter einigen Fenstern tauchen in der Dunkelheit immer wieder Figuren auf und verschwinden, hinter anderen Fenstern flackern verschiedenfarbige Lichter.
Es handelt sich weder um Spuk noch um faulen Zauber, sondern um High-Tech, gepaart mit Kreativität und viel Engagement.
Inspiriert durch nächtliche Lichtinstallationen und Projektionen an Schlössern der Loire und anderswo in Frankreich nahm Schlossfördervereinsvorsitzener Dr. Peter Egen Kontakt mit Gerd Haun vom Bergischen Geschichtsverein und Björn Dröscher auf. „Ich wusste, dass nach dem Abbau des Gerüsts dort ein grauer Kubus stehen wird, dessen Fläche sich gut für Projektionen eignet“, so die positive Reaktion des Bauexperten der Kultur- und Veranstaltungsbetriebe Velbert.
Schnell kamen die Drei darauf, dass es etwas mit tanzenden Figuren sein sollte, und da war die Musik- und Kunstschule der erste Ansprechpartner. „Deren Musicals haben einen guten Ruf“, lobt Peter Egen und verweist auf die letzte Produktion mit dem Namen „Eintagsfliege“.
„Daraus wird jetzt eine Dauerfliege“, freut sich der umtriebige Schlossförderer. Dieter Sander-Manzek stellte aus dem Video der Musicalaufführung eine zehnminütige Sequenz zusammen.
Bei der notwendigen technischen Ausstattung half die Sparda-Bank West. „Wir hatten nach unserem zehnjährigen Jubiläum noch Geld übrig, das wir gerne in ein solches kulturelles Projekt stecken“, so Geschäftsstellenleiter Michael Kirch. „Durch diese Spende konnten drei Beamer und 50 Meter Kabel angeschafft werden“, dankt Peter Egen. Zum Abspielen des Videos fanden sich in der Verwaltung ausrangierte, aber zu diesem Zweck noch bestens geeignete Notebooks. „Dann begann eine Experimentierphase“, räumt Dieter Sander-Manzek ein, der mit Ralf Hoffmann einen Programmierer fand, der die Software zur Steuerung der Beamer entwickelte. Die Geräte wurden im Herrenhaus angeschlossen, das innen auf Jahre noch eine große Baustelle ist. „Es fehlen noch 2 bis 2,5 Millionen Euro und ein Nutzungskonzept“, bedauert Peter Egen.
„Es folgte eine Probierphase“, schildert Dieter Sander-Manzek von der Musik- und Kunstschule. „Wir mussten rausfinden, welche Folien auf die Scheiben geklebt werden, um die Bilder sichtbar zu machen. Im Obergeschoss hat sich herausgestellt, dass vorhandener Staub auf den Fenstern sich gut als Projektionsfläche eignet“, zeigt sich der Kunstpädagoge überrascht.
Laurien Blank, Nina Haase, Jannik Kinder und Oliver Miehlbradt, vier Darsteller der „Eintagsfliege“, waren bei der Premiere der Projektion überrascht, sie wussten nichts von dieser Aktion, aber dafür waren sie begeistert. „Es ist schön, dass die Aufführung nicht vergessen wird und man sich so nochmal sieht“, war deren einhellige Meinung.
In den kommenden, dunklen Wintermonaten „geistern“ die Tänzer zwischen 17 und 23 Uhr auf zwei Stockwerken herum, neun LED-Scheinwerfer sorgen für ein zusätzliches Lichtspiel. „Es hat etwas Mysthisches“, räumt Dieter Sander-Manzek ein, der bereits Vorstellungen hat, wie man die Technik auch bei anderen Veranstaltungen am Schloss nutzen kann, wie zum Beispiel bei den Open-Air-Kino-Abenden, die in diesem Sommer ihre erfolgreiche Premiere hatten.
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