Lesezeit

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Es regnet, die Blätter verfärben sich, die Kastanien sind reif -
also die allerbeste Zeit, sich mit einem Buch in die Sofaecke zu kuscheln.
In einer der beiden Telefonzellen an der Nevigeser Bushaltestelle am Bahnhof habe ich mir schon einige schöne Schmöker ausgeliehen.
Sicherlich gab es auch mal Fehlfgriffe, wie z.B. "Die Rheinhagens", ein Familienroman aus Pommern. Das Buch ist so alt noch nicht (1980), aber die Sprache sehr gewöhnungsbedürftig: "Er mag in seinem Beruf recht tüchtig sein, doch in seiner hochfahrenden Weise passt er schlecht zu unseren durchwegs bescheidenen Leuten", oder: "Soldaten müssen schneidig sein, keine Träumer" lautete Wolf von Rheinhagens Devise... 15 Seiten habe ich geschafft, aber als ich las: Ein schnaubendes Geräusch ließ das in seine unerfreulichen Gedanken versunkene Mädchen herumfahren... klappte ich das Buch zu und brachte es an seinen angestammten Platz in die rote Telefonzelle zurück.
Das Buch daneben erwies sich dann beim Lesen als absoluter Glücksgriff!
"Das Haus der Seidenweberin" von Alev Croutier - eine Familiensaga aus der Türkei.
A. C. beschreibt in wunderschönem Erzählstil das Leben einer türkischen Familie, beginnend mit der Zeit Atatürks bis in die 1980er Jahre.
Dieses Buch war ein Gewinn und ich habe viel über die Türkei und ihre Frauen gelernt.
Ich habe es wieder zurückgestellt - am liebsten hätte ich es behalten.
Aber dieses Buch ist so schön, es sollte gelesen werden und nicht in meinem Bücherschrank verstauben.
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