Der Dom vereint Himmel und Erde

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Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki zelebrierte am Himmelfahrtstag die Messe zum 50-jährigen Weihejubiläum der Nevigeser Wallfahrtskirche. (Foto: Ulrich Bangert)
Velbert-Neviges: Mariendom Neviges |

Kölner Erzbischof lobte beim Weihejubiläum den Geist der Wallfahrtskirche

Wie am Himmelfahrtstag vor 50 Jahren wurde zu Beginn des Domweihfestes das Gnadenbild in einer Prozession in den Mariendom getragen. „Ich verstehe zwar nicht genau, warum man in Münster nicht bedacht hat, dass heute unser Jubiläum ist“, wunderte sich Bruder Frank Krampf bei der Begrüßung der vielen Menschen. „Aber umso schöner ist, dass Sie heute hier sind und sich die Zeit trotz des Katholikentages genommen haben, um mit uns die Heilige Messe zu feiern“, wandte sich der Nevigeser Wallfahrtsleiter an den Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki.

Der sah in seiner Predigt die großen Gegensätze von heilig und profan, von himmlisch und irdisch, nicht mehr als tauglich an, um heute das Verhältnis zwischen Gott und Mensch zu beschreiben. „In Christus, der in den Himmel aufgefahren ist und zur Rechten Gottes sitzt, sind alle Gegensätze aufgehoben und vereint. Wenn wir an einem solchen Tag wie diesem den 50. Jahrestag der Weihe einer so außergewöhnlichen Kirche feiern dürfen, dann ist das ein besonderer Tag der Freude.“
Für den Kardinal ist der Mariendom in Neviges eine ganz wunderbare Kirche, weil die Architektur Ausdruck eines Kirchenverständnisses ist, weil die vermeintlichen Gegensätze von Himmel und Erde, von heilig und profan aufgehoben sind. „In diesem Bau hat sich gewissermaßen das Verständnis des zweiten Vatikanischen Konzils konkretisiert. Statt der festen Burg, wie zuvor beschrieben, ist jetzt die Behausung des wandernden Gottesvolkes in den Vordergrund getreten, statt der geschlossen Gesellschaft tritt die Präsenz auf den Marktplätzen der Welt auf.“ Der Kardinal beschrieb, wie dies dem Architekten Gottfried Böhm gelang.

Empfang in der Glocke

Beim anschließenden Empfang in der Glocke ließ der inzwischen 98-jährige Architekt durch seinen Sohn Peter Böhm die besten Grüße ausrichten. „Die vielen Leute, das ist ihm zu anstrengend geworden. Wenn mein Vater heute an die Wallfahrtskirche denkt, dann ist er dankbar und sagt: ,Das war schon großartig, dass die mich das haben bauen lassen.'“ Daneben verriet Peter Böhm, der selber Architekt ist, dass es beim Grundgedanken des Vaters um das Leben ging. „Das ist das Sakrale, da wollte er ein Dach drüber spannen.“ Dieses Dach hat nach einem halben Jahrhundert Risse, Feuchtigkeit dringt ein. „Die Sanierung ist aufwendig, aber notwendig“, betonte Böhm, der versicherte, dass nun eine Technik gefunden wurde, die das Aussehen in den Ursprungszustand zurückversetzt und diesen dauerhaft erhält.
Bürgermeister Dirk Lukrafka konnte seinen Stolz nicht verbergen, dass Menschen aller Welt die Stadt wegen dieses Gebäudes besuchen, auch wenn es ambivalent aufgenommen wird. „Und ich hoffe, dass die Besucher auch die Schönheit der Stadt und der Umgebung entdecken.“
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