Tränenreicher Abschied

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Im Kreise von Kollegen, Eltern und Kindern überreicht Frank Behrend, Geschäftsführer Domizil-Wohnfühlen, Blumen an Ingrid Wichelhaus und Iris Stadi (zweite und dritte von links).
 
Die "Rasselbande" übt schon mal für den Kindergarten.
Velbert: Glocken-Treff | Leitungswechsel bei "Mutter hat frei" - Iris Stadie verabschiedet sich nach 27 Jahren

Mehr als 40 Jahre gibt es den Verein "Mutter hat frei" bereits in Neviges. 27 Jahre davon hat Iris Stadie diese Kleinkindbetreuung maßgeblich mit Herz und Verstand geprägt. Jetzt verabschiedete sie sich gemeinsam mit ihrer Kollegin Ingrid Wichelhaus von "ihren" Kindern, Eltern und Kollegen.

Ganz ohne Tränen ging das natürlich nicht, wenngleich sich beide Frauen darauf freuen, wenn es "etwas ruhiger zugeht". Und das kann man verstehen, denn auch an diesem Morgen ist in den Räumlichkeiten der Evangelischen Kirchengemeinde in Neviges viel los und der Geräuschpegel für "Nichtgewöhnte" beachtlich. Die kleinen Mädchen und Jungen unter drei Jahren sind vielleicht ein bisschen aufgeregter an diesem Vormittag, denn Besuch hat sich angesagt und bei Kaffee und Kuchen und einem Gläschen Sekt sitzen Eltern, Geschwister und Kollegen beieinander und feiern Abschied. Blumen und Selbstgebasteltes werden überreicht und Tränen der Rührung lassen sich nicht unterdrücken. Immer wieder kommt der kleine Ben und möchte in den Arm genommen werden - der Abschied fällt allen schwer.

Immer dienstags und freitags waren Iris Stadie und Ingrid Wichelhaus vormittags für Eltern und Kinder da. Für die Eltern als Ansprechpartner, auch wenn es mal Probleme gab - für die Kinder als Betreuer. "Wir haben viel gebastelt, gemalt, geknetet, gesungen und natürlich gelacht", so die gelernte Erzieherin Iris Stadie. "Ganz sanft konnten wir die Kinder so auf ihren großen Tag vorbereiten, wenn es dann in den richtigen Kindergarten ging." Bis dahin hatten sie nämlich bereits viel gelernt. "Sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden", "Mama und Papa gehen lassen" und "der Kontakt zu anderen gleichaltrigen Kindern" seien für sie Dinge, die schon erlernt wurden. Zwar gibt es heute die Betreuung von unter dreijährigen Kindern auch in Kindergärten, doch es gibt Eltern, denen eine Betreuung in diesem Alter jeden Tag zu viel sei. Da käme dieses "Teilzeitangebot" gerade recht.

Im Herbst vergangenen Jahres stand die Einrichtung kurz vor dem Aus: "Krisen gab es in den vergangenen Jahren schon häufiger", erinnern sich die beiden Frauen, doch im vergangenen Jahr waren die finanziellen Nöte so groß geworden, dass kaum noch Hoffnung auf Rettung bestand. Auch der Stadtanzeiger berichtete groß über diese Misere. Hier kam damals Frank Behrend, Geschäftsführer des Nevigeser Seniorenheims Domizil-Wohnfühlen ins Spiel: "Uns war sofort klar - so eine wichtige Einrichtung muss erhalten bleiben, schließlich gibt es ,Mutter hat frei' schon mehr als 40 Jahre in Neviges." Mit der nötigen finanziellen Unterstützung ging es damals weiter. Doch schon gab es die nächste Krise: Die Evangelische Kirchengemeinde kündigte die Räumlichkeiten, da sie das Gemeindezentrum veräußern möchte. Und wieder war das Domizil-Wohnfühlen der Retter in der Not. Behrend: "Unter der Voraussetzung, dass der Verein neue Räume findet und genügend Menschen, die sich engagieren, stimmten wir einer Weiterfinanzierung zu."

Die Räumlichkeiten wurden gefunden und auch an engagierten Eltern und Mitarbeitern scheiterte das Projekt nicht. In der "Glocke", den Räumen der Katholischen Kirchengemeinde, geht es nun unter neuer Leitung weiter. "Darüber freuen wir uns sehr, da dort die Voraussetzungen für uns optimal sind", so Manuela Behringer, die bereits seit 15 Jahren im Team von "Mutter hat frei" tätig ist und nun an der Seite der neuen Leiterin Birgitt Witte-Fröhlich weiter macht. Iris Stadie und Ingrid Wichelhaus indes freuen sich auf neue Aufgaben. Stadie: "Ich habe drei junge Enkel. Da gibt es viel Beschäftigungspotenzial."
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1 Kommentar
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Nicole St aus Velbert | 29.07.2016 | 22:55  
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