„Keine Tiere als Geschenk“

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Tierschützerin Uta Schokolinski-Nielsen genießt mit Hund Lucky die Adventszeit. Allerdings sind ihr Tiere als Geschenke unter dem Weihnachtsbaum ein Graus.
Velbert: Tiere in Not | Tierschützerin Uta Schokolinski-Nielsen hat schon einiges erlebt, wenn es darum ging, ungeliebte Tiere loszuwerden. Vor diesem Hintergrund appelliert sie an die Vernunft der Menschen: „Tiere gehören nicht als Geschenk unter den Weihnachtsbaum!“

Oftmals formulieren Kinder den Wunsch nach einem Tier. „Das ist auch in Ordnung, wenn die Eltern sich vorher ausführlich Gedanken machen“, sagt die Vorsitzende des Vereins „Tiere in Not“. So habe jedes Tier andere Ansprüche, was die Unterbringung, Zeit oder Platz betrifft.
In diesem Zusammenhang fällt ihr eine Familie ein, die wenige Tage nach Weihnachten das Kaninchen, was an Heiligabend noch für Begeisterung gesorgt hatte, schnell wieder los werden wollte. „Die Mutter sagte, ihre Tochter könne keine Nacht mehr schlafen. Der Fehler war, dass das Kaninchen einen Platz im Kinderzimmer hatte.“ Aus Sicht der Tierschützerin hätte eine Beratung im Vorfeld dafür gesorgt, das Hin und Her zu verhindern. Deshalb ihr Tipp: „Verschenken Sie zu Weihnachten entsprechende Literatur über das gewünschte Tier.“
Nicht außer Acht lassen sollten Interessenten auch die Lebenserwartung des Tieres. Während Hunde und Katzen im Normalfall zehn bis 20 Jahre alt werden, können Papageien einen Menschen sogar überleben.
Zudem rät Uta Schokolinski-Nielsen, nur ein Tier anzuschaffen, wenn die ganze Familie es wünscht und Allergien ausgeschlossen sind. „Wer sicher gehen will, kann zunächst ein Tier in Pflege nehmen und in der Praxis testen, ob es passt.“
Dann sollte auch schon überlegt werden, wer auf das Tier aufpasst, wenn der nächste Urlaub ansteht. Denn das ist nach Erfahrung der Tierschützerin oft der erste kritische Moment. „Wenn Tierbesitzer nicht wissen, wohin mit dem Tier, dann wird es oft buchstäblich entsorgt.“
Auch dazu fällt ihr ein konkreter Fall ein. „Ich erhielt einen Anruf, ob ich Kaninchen nehmen würde“, erinnert sich Uta Schokolinski-Nielsen. Sie hat daraufhin nachgefragt und – wegen fadenscheiniger Gründe – abgelehnt. Die Folge: Kurze Zeit später wurden in einem nahe gelegenen Wald ausgesetzte Kaninchen in einem Karton gefunden, die dann doch beim Tierschutz landeten.
„Nicht unerheblich sind auch die laufenden Kosten für ein Tier.“ Ein Hund muss versichert sein, Hundesteuer, Ausstattung wie Leine, Halsband, Bettchen, Spielzeug und Futter belaufen sich nach Schätzung der Expertin schnell auf 500 Euro zum Start. Für eine Katze werden Streu, Futter, Toilette, Spielzeug, Kratzbaum nötig, zudem können bei allen Tieren nicht unerhebliche Tierarzt-Kosten anfallen.
Für Kleintiere empfiehlt sie neben einem mindestens 120x60 Zentimeter großen Käfig inklusive Häuschen auch keine Alleinhaltung. „Kaninchen sind sehr gesellig und nur mit einem Partner glücklich.“
Sind die grundsätzlichen Fragen geklärt, sollten sich Interessenten zunächst beim Tierschutz nach einem Vierbeiner umsehen. „Dort warten viele Sorgenkinder auf ein neues Zuhause.“ Anders als bei vielen Züchtern seien die Tierschützer auch nach der Vermittlung noch Ansprechpartner bei Fragen oder Problemen.
Uta Schokolinski-Nielsen ist wichtig zu betonen, dass sie auch in der Vorweihnachtszeit Tiere in verantwortungsvolle Hände vermittelt. „Mir ist nur wichtig, dass die Anschaffung eines Tier gut durchdacht ist!“

Kontakt:
www.tiere-in-not-niederberg.de, Telefon 02053/4266688.
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Antonietta Tumminello aus Duisburg | 14.12.2015 | 14:15  
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