Verwaltung Velbert verharmlost Nazi-Ehrungen


Die Verwaltung lehnt die Umbenennung von nach Nazis benannten Straßen ab. In einer Stellungnahme relativiert sie die Bedeutung von Ehrungen durch Straßennamen und die Nähe der Namenspatrone zum Faschismus. Die Umbenennungen wurden von der Fraktion DIE LINKE. Velbert für den Bezirksausschuss Neviges am kommenden Mittwoch beantragt.

Die Verwaltung führt fünf Städte auf, die sich entschieden haben, nach Agnes Miegel, Hermann Stehr und Ina Seidel benannte Straßen und eine Schule umzubenennen. Statt dies aber als ausreichenden Beleg zu nehmen, führt sie relativierende Aussagen aus nicht genannten Quellen an. Dabei wird auf die meisten von den Linken aufgeführten Belastungsmomente nicht eingegangen.

Besonders fragwürdig ist die Stellungnahme der Verwaltung aber, weil sie Nazis implizit mit allen anderen gleichsetzt, die heute nicht mehr geehrt würden.

Fraktionsvorsitzender Harry Gohr: „Nazis sind keine harmlosen Erinnerungsstücke. Nazis sind unter uns und versuchen, ihre Saat von Hass und Intoleranz zu verbreiten. Sie begehen Gewaltverbrechen und bekämpfen die Demokratie. Mit der Ehrung von Monarchisten oder Antiken Feldherren ist das überhaupt nicht zu vergleichen. Entscheidend für Benennungen und Umbenennungen muss die Bedeutung in der Gegenwart sein.“

Offen zeigt sich DIE LINKE für das Ansinnen der Verwaltung, die Erinnerungen der Flüchtlinge aus den Ostgebieten zu respektieren.

Gohr: „Es gibt doch namhafte Persönlichkeiten aus den Ostgebieten, die keine Nazivergangenheit haben. Ich erinnere da nur an Käthe Kollwitz, Ernst Wiechert und Marion Gräfin Dönhoff. Benennungen dieser Art könnten wir durchaus unterstützen.“
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Julia Niemann aus Velbert am 04.06.2012 um 12:10 Uhr  
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