Bücher erlebbar machen

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Bernd Sroka liest unter anderem den Kindern der Förderschule In den Birken vor.
 
Das zehnjährige Bestehen des Projektes „Vorlesepaten“ wurde Ende vergangenen Jahres gefeiert. Neben den Hauptamtlichen und den Ehrenamtlichen der Stadtbücherei waren auch Vertreter der Stadt, wie der stellvertretende Bürgermeister Emil Weise (links), dabei. (Foto: Ulrich Bangert)
Velbert: Zentralbibliothek | Seite für Seite, Wort für Wort, Bild für Bild – die ehrenamtlichen Vorlesepaten der Velberter Stadtbücherei machen vielen Kindern der Stadt regelmäßig eine große Freude. Denn seit über zehn Jahren wird den jungen Bürgern in allen drei Bibliotheken der Stadt vorgelesen. Mit der richtigen Betonung, dem gemeinsamen Analysieren der bunten Bilder, viel Bewegung für Zwischendurch sowie passenden Bastelarbeiten werden die jeweiligen Geschichten oft zu greifbaren Abenteuern.

Derzeit engagieren sich rund 14 Bürger ehrenamtlich für das Projekt, dass Kinder ans Lesen und an die Stadtbücherei heranführen soll. Zwei von ihnen sind Barbara Molderings und Bernd Sroka. „Ich übe dieses Ehrenamt seit inzwischen neun Jahren aus und es macht mir nach wie vor großen Spaß“, so Sroka, der der einzige Mann im Team ist. „Als ich pensioniert wurde, wollte ich weiterhin eine sinnvolle Tätigkeit ausüben. Und während ich es als Lehrer zuvor mit älteren Schülern zu tun hatte, kann ich als Vorlesepate etwas zur Bildung jüngerer Kinder beitragen.“
Und auch Barbara Molderings suchte nach einer erfüllenden und sinnvollen Aufgabe, seit einem Jahr ist sie dabei. „Es wird nicht einfach nur stupide vorgelesen, die Geschichte wird erlebbar gemacht und die Kinder dürfen immer gerne beschreiben, was sie auf den Bildern entdecken oder was sie zum Thema zu sagen haben.“ Die Resonanz sei immer dementsprechend gut, wobei es natürlich stets einzelne Zuhörer gibt, die es nicht lange ruhig auf ihren Sitzen aushalten. „Aber das gehört dazu, mit drei Jahren kann sich ein Kind eben noch nicht so lange konzentrieren. Das müssen wir bei der Wahl der Bücher auch berücksichtigen.“

Nicht nur die Jungen und Mädchen, sondern auch ihre Eltern genießen die Zeit. „Es erinnert sie eben an die eigene Kindheit“, sagt Sroka, der nur aus Büchern vorliest, die ihm selber gut gefallen. „Nicht nur der Text, sondern auch die Bilder müssen mir zusagen, damit ich es bei den Kindern auch entsprechend vortragen kann.“
Und so wird das Vorlesen auch geübt, bestätigen Barbara Molderings und Bernd Sroka. „Außerdem ermöglicht uns das Team der Stadtbücherei, an entsprechenden Fortbildungen teilzunehmen.“ Wie oft man als Vorlesepate zum Einsatz kommt ist beliebig und wird bei den regelmäßigen Treffen mit Martina Saint-Martin, Leiterin der Kinderbibliothek in Velbert, individuell festgelegt.

Neben den Vorlesestunden in den drei Velberter Büchereien, werden auch weitere Aktionen von den Vorlesepaten mitgestaltet: „Wir beteiligen uns immer am Schlangenfest, am Ferienspaß für Kids, am bundesweiten Vorlesetag und vielem mehr.“ Außerdem findet seit einigen Wochen auch ein Projekt in der Velberter Förderschule In den Birken statt.
„Wir besuchen die Schüler der ersten bis vierten Klassen und lesen ihnen etwas vor“, so Molderings. „Für die Kinder ist es etwas ganz Besonderes, dass jemand extra zu ihnen in den Klassenraum kommt, um mit ihnen eine Aktion durchzuführen.“ Auf Initiative der engagierten Lehrerin Sabrina Grabke entstand das Projekt. „Auf einer Klassenfahrt habe ich festgestellt, wie gut den Schülern das Vorlesen tut und wollte ihnen häufiger diese Möglichkeit bieten“, erläutert sie. In Absprache mit Martina Saint-Martin und dank des Engagements der Ehrenamtler konnte die Idee schnell in die Tat umgesetzt werden.
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