+++UPDATE: Fahrlässige Brandstiftung+++ Nächtlicher Großeinsatz der Feuerwehr

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Fotos: Feuerwehr Velbert
 

Ein Brand in einem Mehrfamilienhaus an der Poststraße erforderte heute am frühen Donnerstagmorgen den Einsatz der Feuerwehr. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand eine Wohnung im ersten Obergeschoß bereits in Vollbrand - die Flammen schlugen meterhoch aus den Fenstern und drohten auf die darüber liegende Wohnung überzugreifen.

Drei der fünf Bewohner hatten das Haus verlassen, einem Ehepaar aus dem dritten Obergeschoß war die Flucht durch den Treppenraum jedoch nicht mehr möglich gewesen. Der 52-jährige Mann und seine ein Jahr jüngere Ehefrau hatten sich daher auf ihren Balkon auf der Rückseite des dreieinhalbgeschossigen Gebäudes geflüchtet. Aufgrund dieser Lage und des sich ausdehnenden Brandes wurde sofort Sirenenalarm in Velbert-Mitte ausgelöst.

Um das Ehepaar vom Balkon zu retten, nahmen die Einsatzkräfte umgehend eine dreiteilige Schiebeleiter vor. Die wollten die beiden Velberter aber nur ungern benutzen, obwohl der Abstand zum Boden an der Gebäuderückseite - bedingt durch die Hanglage des Hauses - schon deutlich geringer war als an der Straßenseite. Direkte Gefahr durch das Feuer bestand auf dem Balkon indessen nicht, sodass die Einsatzleitung beschloß, zunächst einen Trupp zur Betreuung bei dem Ehepaar zu belassen. Die beiden wurden, nachdem der Treppenraum infolge der Löscharbeiten wieder begehbar war, mit Hilfe von Fluchthauben ins Freie geführt und anschließend vom Rettungsdienst untersucht. Wegen Verdachts einer Rauchgasvergiftung wurde das Ehepaar danach zum Klinikum Niederberg transportiert, wo es zunächst verblieb.

Unterdessen hatten die übrigen Einsatzkräfte mit der Brandbekämpfung begonnen. Dazu waren Trupps unter Atemschutz und mit C-Rohren ausgerüstet sowohl von der Straßenseite als auch über die Gebäuderückseite in die betroffene Wohnung vorgedrungen, ein weiterer Trupp bekämpfte das Feuer mit einem C-Rohr von der Straße aus. Zwar war die Wohnung bereits ein Raub der Flammen geworden, aus der es nichts mehr zu retten gab, ein Übergreifen auf die übrigen Wohnungen konnte jedoch erfolgreich verhindert werden, obwohl das Feuer schon begonnen hatte, sich einen Weg durch die Holzdecken in die darüber liegende Wohnung zu bahnen. Die Nachlöscharbeiten, bei denen auch eine Wärmebildkamera zum Einsatz kam, dauerten bis nach zwei Uhr an. Da das Haus nicht mehr bewohnbar war, kümmerte sich das Ordnungsamt um die Unterbringung der Bewohner.

Der Einsatz der Feuerwehr war um 2.31 Uhr beendet. Vor Ort waren die berufliche Wache sowie drei freiwillige Löschzüge mit insgesamt 60 Einsatzkräften. Die Werkfeuerwehren, die bei Sirenenalarm in Velbert-Mitte in Bereitstellung gehen, mussten nicht mehr ausrücken. Die Poststraße war für die Dauer des Einsatzes zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Günther-Weisenborn-Straße gesperrt, ebenso die Dürerstraße zwischen Kaiserstraße und Nedderstraße. Die Polizei leitete den zur frühen Stunde ohnehin spärlichen Verkehr um und beschlagnahmte außerdem nach Abschluss der Löscharbeiten den Brandort zwecks Ermittlungen zur bislang unbekannten Ursache des Feuers. Die Höhe des erheblichen Sachschadens steht noch nicht fest.

Update:

Untersuchungen am Brandort in Velbert, durchgeführt von Mitarbeitern des Kriminalkommissariates 11 aus Mettmann, erbrachten das Ergebnis, dass dieser Brand auf eine fahrlässige Brandstiftung zurückzuführen ist. Ein technischer Defekt kann definitiv ausgeschlossen werden.

Nicht ausgeschlossen werden kann in diesem Zusammenhang jedoch, dass der Bewohner der Wohnung und Brandmelder unsachgemäß mit brennenden Zigarettenkippen umgegangen ist. Er selbst, ein 35- jähriger Mann, kam in der Nacht zum 26. September, gegen 00.20 Uhr, zu Fuß auf die Velberter Polizei Wache
und meldete dort den Brand seiner Wohnung.

Beim raschen Eintreffen der Feuerwehr Velbert am Brandort, brannte diese bereits in voller Ausdehnung. Bei dem 35-jährigen Tatverdächtigen wurde ein Drogenvorstest durchgeführt, der positiv verlief. Daraufhin musste ihm eine Blutprobe entnommen und ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet werden. Er selbst wurde später in fachpsychologische Betreuung übergeben. Der entstandene Gebäudeschaden beläuft sich auf rund 150.000 Euro.
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