"Alle Branchen sind zufrieden"

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IHK-Zweigstellenleiter Dr. Ulrich Hardt (rechts) und IHK-Konjunkturexperte Gerd Helmut Diestler.
Velbert: IHK Velbert |

IHK: Wirtschaft im Kreis Mettmann startet gut ins neue Jahr

"Alle Branchen im Kreis Mettmann sind zufrieden!" Mit diesen Worten leitete Gerd Helmut Diestler, stellvertretender Geschäftsführer der Abteilung Handel, Dienstleistungen, Regionalwirtschaft und Verkehr der IHK Düsseldorf, die Konjunktur-Pressekonferenz ein. Der Rücklauf der Unternehmen sei sehr gut gewesen, rund 210 Betriebe aus dem Kreis Mettmann mit insgesamt 19.000 Mitarbeitern antworteten der IHK bei deren Nachfragen zum Wirtschaftsstandort. "Die Stimmung ist besser als noch im Herbst 2016 und deutlich besser als im Vorjahr", so Diestler weiter. "Vor allem der Einzelhandel schätzt seine Lage wieder ganz gut ein." Aber auch die Exportwirtschaft sei momentan zufrieden, das hänge vor allem mit dem Schwung in der Inlandsnachfrage zusammen.

Seit Herbst 2016 habe sich die Geschäftslage der Wirtschaft im Kreis Mettmann leicht verbessert. "Nur noch acht Prozent der Betriebe berichten über eine unbefriedigende Geschäftslage, stabile 36 Prozent hingegen befinden sich in einer guten Lage", so der IHK-Konjunkturexperte. Dabei wird die Wirtschaftsentwicklung auch zu Jahresbeginn 2017 von der Binnennachfrage bestimmt. „Die hiesige Wirtschaft ist für den weiteren Jahresverlauf zuversichtlich“, fasst Gerd Helmut Diestler das Ergebnis zusammen. So sieht insgesamt jeder zehnte Betrieb keine besonderen Risiken für die Konjunktur. Unter den Händlern und Dienstleistern ist es jeder fünfte.

Optimistische Stimmen in Industrie, im Großhandel und bei den unternehmensorientierten Dienstleistern

Optimistische Stimmen überwiegen momentan auch in Industrie, im Großhandel und bei den unternehmensorientierten Dienstleistern. Bauwirtschaft und Einzelhandel gehen davon aus, dass sich an ihrer derzeit guten Geschäftslage in den kommenden Monaten nichts ändern wird. Trotz Irritationen wegen zunehmender protektionistischer Tendenzen ist auch die Exportwirtschaft zuversichtlich, ihren Auslandsabsatz (weiter) steigern zu können.

Risiken für die Konjunktur sieht die Wirtschaft im Kreis Mettmann insgesamt nur wenige. 40 Prozent der Betriebe – deutlich weniger als in den Umfragen zuvor – führen dabei die Inlandsnachfrage als Konjunkturrisiko an. "Mit größerer Skepsis als zuvor betrachten die Unternehmer hingegen die künftige Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise", weiß der Volkswirt. Hier rechne man wegen der aktuellen Weltkonjunktur mit weiteren Preiserhöhungen.

Nur die Bauwirtschaft ist zu mehr als 80 Prozent ausgelastet

Die Produktionskapazitäten sind mit 79,6 Prozent etwas besser ausgelastet als noch im letzten Herbst. Maschinen und Anlagen werden damit in etwa wieder so stark genutzt wie im langjährigen Durchschnitt. Allerdings ist nur die Bauwirtschaft – und das in der Wintersaison - zu mehr als 80 Prozent ausgelastet. Die Vorleistungs- und Investitionsgüterproduzenten bleiben noch unter dieser Marke. "Daher ist es trotz der guten Konjunkturperspektiven nachvollziehbar, dass die Wirtschaft im Kreis nur verhalten investieren möchte."

Weitere Mitarbeiter sollen eingestellt werden

Was das Personal in den Betrieben betrifft, gibt es gute Nachrichten: „Fast alle Branchen beabsichtigen, ihr Personal aufzustocken“, erklärt Diestler und setzt damit auf eine Fortsetzung des Beschäftigungsaufbaus im Neanderland. Dies gelte für alle Wirtschaftszweige mit Ausnahme des Einzelhandels, in dem zu gleichen Teilen Unternehmen Personal auf- wie abbauen wollten. Der Fachkräftemangel ist dabei weiter ein wichtiges Thema. Die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern in ausreichender Zahl gestalte sich über alle Branchen weiter schwierig. "Zwei Monate oder länger dauert es in der Bauwirtschaft beispielsweise meist, bis eine Stelle wieder neu besetzt ist."
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