Alte Geschichte im modernen Gewand

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Velbert: St. Marien | Sankt Martin war ein großzügiger Mann, der seinen Mantel teilte, um die eine Hälfte einem armen Bettler zu geben - das wissen alle Kinder. Dass sich diese Geschichte auch in die heutige Zeit übertragen lässt, zeigten engagierte Eltern und Geschwister der Schüler der Katholischen Grundschule Ludgerus in Velbert.
„Seit 19 Jahren spielen wir jedes Jahr die Geschichte der Mantelteilung“, so Claudia Janotta, Mutter einer Viertklässlerin. „Nun ist es das zweite Mal, dass wir eine moderne Version einstudierten.“ Denn auch in der heutigen Zeit spielen Helfen, Teilen und Nächstenliebe natürlich nach wie vor eine große Rolle.
Im Rahmen eines Gottesdienstes ging es in der Kirche St. Marien in Velbert daher eher unüblich zu. Doch den Kindern gefiel es: So musste sich der hungernde Bettler die unschönen Bemerkungen der Passanten gefallen lassen, Jugendliche zückten ihre modernen Smartphones und schossen Bilder von dem armen Mann und eine Rockerbande machte sich lustig über dessen beschmutzte und zerissene Kleidung. Bis schließlich deren Anführer „Martin“ auf seinem Motorrad angeflitzt kam und Mitleid zeigte.
Er stieg von der Maschine, mit der er zwischen den Bänken zum Altar vorgefahren kam, und ärgerte sich über das Verhalten seiner Mitmenschen. „Da ich gerade Tanken war, habe ich leider kein Geld für dich und zu Essen habe ich auch nichts dabei“, erklärt er. „Aber ich kann dir wenigstens etwas Warmes zum Anziehen geben, damit du nicht so frierst.“ Eine „echt coole Aktion“ von Martin, wie die Grundschüler meinen.
Natürlich wurde im Vorfeld auch die klassische Geschichte über den großzügigen Soldaten, der anschließend zum Bischof wurde, vorgelesen. „Die Kinder sollen ja auch den Ursprung der Martinstradition kennen“, so Ursula Smetten, Leiterin des Schulchores, die schon im Vorfeld mit den Kindern die verschiedenen Lieder für den Gottesdienst und den anschließenden Martinsumzug einstudiert hatte.
Im Anschluss an die ungewöhnliche Messe ging es schließlich mit den leuchtenden Laternen und singend dem Heiligen Sankt Martin hinterher. Der hatte dafür natürlich sein Motorrad gegen ein Pferd eingetauscht.
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