Bohren bringt neue Erkenntnisse

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Der Geologische Dienst NRW untersucht den Abtskücher Untergrund


Rund um die Abtsküche wird gebohrt: Der Geologische Dienst NRW untersucht den Untergrund.

Von Ulrich Bangert

Heiligenhaus. Oleg Vasikenko und Daniel Tokarz bedienen das Bohrgerät, schrauben Rohre zusammen, die sich knirschend in den Untergrund drehen.
Fast schwarzes Wasser plätschert in ein Auffangbecken. „Das dient zum Kühlen und läuft in einem Kreislauf“, klärt Dr. Martin Hiß auf, Pressesprecher beim Geologischen Dienst. Nach einiger Zeit breiten die Brunnenbauer den bröckligen Inhalt eines Bohrrohrs aus 25 Meter Tiefe auf einem Gestell aus. „Das ist Tonstein, das war vor 331 Millionen Jahren Meeresschlamm“, das sieht der Geologe Dr. Martin Salamon mit kundigem Blick sofort.

Die Experten vermuten, dass sich Kalk- und Sandstein anschließen. Die Bohrkerne werden fein säuberlich in Kisten verpackt, die anschließend beim Geologischen Dienst in Krefeld untersucht werden. Für eine erste chemische Analyse holt Dr. Salamon ein Fläschen verdünnter Salzsäure aus der Tasche. „Braust es auf, ist Kalk drin“, so die einfache Feststellung, Wenn eine Tiefe von hundert Meter erreicht ist, werden Messgeräte in das Bohrloch herabgelassen, damit weitere geophysikalische Messungen durchgeführt werden können.

„Unsere Bohrung hier und eine weitere in der Nähe der Kläranlage dienen der reinen Erfassung“, sagt Dr. Martin Hiß. Mit den so gewonnen Erkenntnisse werden die geologischen Daten aktualisiert, Grundlage für wissenschaftliche Untersuchungen und viele raumplanerischen Entscheidungen. Sie sind auch wichtig, um Erdwärme zu nutzen.

Der Geologische Dienst ist die zentrale Sammelstelle für alle Bohrungsdaten im Land. Da jedes Bohrloch die Kenntnis über den Untergrund erweitert, müssen alle maschinengetriebenen Bohrungen zwei Wochen vor Beginn der Arbeiten angezeigt werden.

Nachdem die geologische Landesaufnahme des nördlichen Ruhrgebietes vor allem in Hinblick auf den bald zu Ende gehenden Steinkohlenbergbau abgeschlossen ist, wird der Ballungsraum Düsseldorf/Bergisches Land untersucht. Mit neuen Daten wird die Lücke zwischen Ruhrgebiet und Kölner Scholle geschlossen.
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