Die Kinder sollen sich wohlfühlen, ihre Eltern auch

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Kerstin Holfort, Fachberaterin für Kindertagespflege beim SKFM Velbert/Heiligenhaus, und Tagesmutter Ellen Cicek mit ihrem Tagesmutter-Pass.
„Die Eltern vertrauen mir das Wertvollste an, was sie besitzen“, weiß Ellen Cicek. Die Velberterin ist seit vier Jahren als Tagesmutter im Einsatz und weiß, welche Verantwortung diese Tätigkeit mit sich bringt.

Gerade durch das neue Gesetz, das jedem Kind unter drei Jahren, das das erste Lebensjahr vollendet hat, einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz sichert, sei die Nachfrage nach Tagesmüttern gestiegen, weiß Kerstin Holfort, Fachberaterin für Kindertagespflege beim SKFM Velbert/Heiligenhaus.

130 Kinder bei rund 60 Tagesmüttern

In Velbert sind es derzeit rund 130 Kinder, die von 60 geschulten Kindertagespflegepersonen betreut werden. Eine von ihnen ist Ellen Cicek, die montags bis freitags Marjan (15 Monate), Bahar (zwei Jahre) und Guluna (fast drei Jahre) sowie zur Nachmittagsbetreuung auch Aleyna (vier Jahre) bei sich empfängt. „Ich habe zwei erwachsene Kinder und bin auch schon dreifache Oma“, sagt die Velberterin, die schon immer gerne mit Kindern zusammengearbeitet hat. So leitete sie mehrere Jahre verschiedene Mutter-Kind-Kreise und war auch als Urlaubsvertretung im Kindergarten im Einsatz. „Schließlich entschied ich mich, mich beim SKFM zur Tagesmutter ausbilden zu lassen.“
Denn nur, wer bestimmte Voraussetzungen erfüllt, sich schulen lässt und sich regelmäßig fortbildet, wird vom SKFM als Tagesmutter vermittelt. „Die Wohnung muss natürlich geeignet sein“, so Holfort. „Außerdem werden Gesundheitszeugnisse von allen im Haushalt lebenden Personen über 18 Jahren angefordert.“
Die Fachberaterin und Ellen Cicek wissen, dass es für viele Eltern oft eine Hemmschwelle gebe. „Schließlich geben sie ihre Kinder bei einer ,fremden Person‘ in einer ,fremden Wohnung‘ ab.“ Doch das stimmt nicht so ganz: Der SKFM hat in Velbert die Schulungen und die Koordination bei der Kindertagespflege übernommen. „Wir achten natürlich darauf, dass die Vorstellungen der Mütter und Väter mit den Vorstellungen der Tagesmütter übereinstimmen“, so die Fachberaterin. Darüber hinaus würde es eine Eingewöhnungsphase geben, in der Kind, Eltern und Tagesmütter sich kennenlernen können. „Oft entsteht ein freundschaftliches, sogar familiäres Verhältnis“, weiß Ellen Cicek aus eigener Erfahrung. „Daher stehe ich den Eltern auch immer gerne mit Rat und Tat zur Seite und wir tauschen uns sehr viel aus.“

Gleiche Kosten wie in den Kitas

„Viele Eltern wissen nicht, dass das Finanzielle bei einer Tagesmutter genauso geregelt wird, wie bei einem Kita-Platz“, sagt Kerstin Holfort. „Auch bei der Tagespflege ist der zu zahlende Betrag vom Einkommen abhängig.“ Nur bei dem sogenannten Essensgeld kann es Abweichungen geben: Während in der Kita ein bestimmter Pauschalbetrag angegeben wird, lässt sich mit der Tagesmutter eine individuelle Regelung finden. „Ich habe mit den Eltern auch genau besprochen, welche Mahlzeiten die Kinder bei mir bekommen“, so Ellen Cicek. „Außerdem habe ich ihnen zugesichert, dass die Mädchen wegen ihres religiösen Hintergrunds kein Schweinefleisch bekommen.“ Manchmal würden es Eltern aber auch bevorzugen, der Tagesmutter das Essen morgens mitzubringen, so dass diese sich nur um die Zubereitung kümmern muss, weiß Kerstin Holfort.
Sowieso würden die Eltern in alle Entscheidungen mit einbezogen werden, denn nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Eltern sollen sich mit ihr wohl fühlen, sagt Cicek. „Ich bin mir sicher, dass ich für meine Tochter mit der Betreuung bei Ellen ein optimales Angebot gefunden habe“, sagt Mutter Meral Budak. „Ich bringe meine Tochter morgens zu ihr und weiß, dass es ihr dort gut geht. So kann ich mich voll und ganz auf die Arbeit konzentrieren.“

Infos:
-SKFM Fachberatungsstelle Kindertagespflege, Grünstraße 3 in Velbert
-Sprechzeiten: Dienstag und Mittwoch von 9 bis 12 Uhr, Montag und Donnerstag von 15 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung
-Telefon: 02051/2889116
-www.skfm-velbert.de
-Die Ausbildung zur Tagesmutter ist kostenlos, wenn man sich im Anschluss zur Verfügung stellt, gefördert werden die Schulungen durch die Stadt Velbert
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