Ein erstes Fazit von Dr. Niklas Cruse: Neue Maßnahmen werden gut angenommen und erste Erfolge stellen sich ein

Anzeige
Dr. Niklas Cruse ist seit 100 Tagen Geschäftsführer des HELIOS Klinikum Niederberg.
Velbert: Klinikum Niederberg |

Dr. Niklas Cruse ist seit 100 Tagen Geschäftsführer des HELIOS Klinikum Niederberg


Aus dem Klinikum Niederberg in Velbert wurde das HELIOS Klinikum Niederberg. Damit hat sich Einiges verändert, unter anderem gab es einen Wechsel in der Geschäftsführung. Dr. Niklas Cruse, seit inzwischen 100 Tagen neuer Klinikleiter, sprach im Interview mit dem Stadtanzeiger über bereits vollzogene und noch anstehende Veränderungen.

Herr Cruse, wie lautet Ihr Fazit nach 100 Tagen als Geschäftsführer des HELIOS Klinikum Niederberg? Dr. Niklas Cruse: "Die Mitarbeiter des Hauses haben sich mir gegenüber sehr offen und aufgeschlossen gezeigt. Das Willkommenheißen hat sehr gut funktioniert und die ersten Veränderungen wurden gut angenommen. Ich bin daher sehr positiv gestimmt!"

Womit mussten Sie sich zu Beginn denn am meisten beschäftigen? Dr. Niklas Cruse: "Ich habe mich natürlich zunächst vor allem auf die Sanierungsmaßnahmen fokussiert. Das Klinikum in Velbert ist nicht das erste Krankenhaus, das ich in einer wirtschaftlich schwierigen Lage übernehme. In Oberhausen war es ähnlich. Zunächst habe ich also die Strukturen der einzelnen Bereiche angeschaut und mit meinem Mitarbeitern entsprechend ermittelt, wo Verbesserungsbedarf besteht. Nun gilt es, die daraus entstandenen Maßnahmen umzusetzen. Wichtig ist, dass Kosten und Umsatz in ein angemessenes Gleichgewicht gebracht werden."

Welche konkreten Maßnahmen können Sie schon nennen? Dr. Niklas Cruse: "Zum Beispiel wurden bereits Verträge neu verhandelt. Die Helios-Gruppe bekommt durch ihre Größe verschiedenste Materialen zu besseren Konditionen. Dadurch konnte schon einmal etwas eingespart werden. Außerdem gab es auch erste Veränderungen beim Personal. Hierbei, möchte ich betonen, wird nicht eingespart, eher im Gegenteil."

Was heißt das im Konkreten? Dr. Niklas Cruse: "Wir möchten das Leistungsspektrum nicht nur erweitern, sondern auch verbessern. Daher strebe ich natürlich an, mit hochkarätigen - und dadurch bedingt meist auch teuren - Spezialisten zusammenzuarbeiten. Die Vor-Ort-Versorgung in Velbert und Heiligenhaus soll besser werden."

Und inwiefern ändern sich die Strukturen intern, damit das gelingt?

Dr. Niklas Cruse: "Wir haben unter anderem die M&M-Konferenz eingeführt. Das hat aber nichts mit den bekannten Schokolinsen zu tun, sondern steht für ,Mortalität' (Sterblichkeit) und ,Morbidität' (Schwäche/Krankheit). Einmal im Monat kommen verschiedene Fachärzte und auch Mitarbeiter des Pflegepersonals zusammen und sprechen über konkrete Fälle, bei denen es besser hätte laufen können. Es geht dabei nicht um die Schuldfrage, also wer hätte es besser machen können. Sondern es wird überlegt, wo besser, schneller oder effektiver gehandelt werden kann. Sehr sinnvoll und ich muss sagen, dass die bisherigen Treffen sehr gut abliefen. Generell sind interdisziplinäre Dialoge enorm wichtig!"

Gibt es noch weitere Instrumente, die neu sind? Dr. Niklas Cruse: "Ja, es gibt seit einigen Wochen einen Betten-Manager, der jeden Tag die Zahl der freien Betten auf den Stationen ermittelt und koordiniert, dass die Auslastung gut ist. Gleiches macht der OP-Koordinator für die Operationssäle. Beide Stellen wurde ausgeschrieben und intern vergeben."

Worauf sind Sie besonders stolz? Dr. Niklas Cruse: "Erstmal auf alle Mitarbeiter, die sich nicht scheuen, ihre Komfort-Zone zu verlassen und die neuen Strukturen und damit vielleicht auch Herausforderungen annehmen. Außerdem bin ich stolz, dass wir hier im alten Gebäude einen Sectio-OP bekommen werden. Also einen Operationssaal direkt neben dem Kreissaal, damit bei Komplikations-Geburten alles blitzschnell gehen kann und ein Kaiserschnitt sofort möglich ist, bevor Kind und Mutter Schaden nehmen können. Das lassen wir uns 700.000 Euro kosten. Das theoretische Risiko wird dadurch enorm minimiert, daher ist es uns diese Summe definitiv wert."

Das klingt alles sehr positiv! Können Sie denn auch von etwas Negativem berichten? Dr. Niklas Cruse: "Leider ja! Die Diskussion über das geschlossene Schwimmbad hat mich doch sehr überrascht und natürlich bin ich nicht erfreut darüber, dass wir damit einige Bürger und Politiker verärgert haben."

Haben Sie denn überhaupt schon viele Kontakte zu Bürgern der Stadt knüpfen können? Dr. Niklas Cruse: "Ja, ich war bereits bei zwei Bürgervereinen zu Gast, um über die Veränderungen des Helios Klinikum Niederberg zu berichten. Ein weiterer Verein hat sich inzwischen auch an mich gewandt. Ich freue mich sehr über das Interesse und die neugierigen Nachfragen. Generell bin ich ein Freund davon, offen über alles zu sprechen."

Dann können Sie doch auch für unsere Leser ganz offen einen Ausblick geben, was in nächster Zeit im Helios Klinikum Niederberg passieren wird... Dr. Niklas Cruse: "Es stehen viele Veränderungen an; es wird nichts gestrichen, sondern eher Bestehendes ausgebaut. Die Gefäßchirurgie, die Plastische Chirurgie und die Schlaganfallversorgung werden demnächst deutlich besser aufgestellt sein. Schon in den nächsten Wochen werden wir neue Ärzte für diese Bereiche vorstellen können. Das ist wirklich toll! Auch die Vernetzung mit den niedergelassenen Ärzten möchte ich weiter ausbauen, das ist mir ein wichtiges Anliegen. Und nicht zu vergessen ist natürlich der Bau des neuen Gebäudes. Die Diskussionen über den Grundriss werden schon in den nächsten Tagen geführt und so ist es nicht unwahrscheinlich, dass noch in diesem Jahr der Bauvorantrag gestellt werden kann."
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.