Ein Jahr mit vielen Verkehrstoten

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Polizeichef Manfred Frorath (von links), Landrat Thomas Hendele und der Leiter der Direktion Verkehr, Peter Nieth, stellten die Verkehrsunfallentwicklung im Kreis Mettmann vor. (Foto: Ulrich Bangert)
Velbert: Polizeiwache | "Diese Bilanz schmerzt ungemein: 14 Tote, eine Zahl, mit der wir nicht leben können, im Jahr zuvor gab es nur einen Verkehrstoten.“ Ein sichtlich zerknirschter Landrat, der gleichzeitig Chef der Kreispolizeibehörde ist, präsentierte vorgestern die Verkehrsunfallentwicklung im Kreis Mettmann.

Fünf der tödlichen Unfälle gab es in Velbert und Heiligenhaus, den ersten im Januar, als in Heiligenhaus beim Überqueren der Abtskücher Straße eine 71-jährige Frau und ihr 78-jähriger Begleiter von einem zu schnell fahrenden Pkw in der Abenddämmerung erfasst wurden. Im Juli stößt auf der Rheinlandstraße in Heiligenhaus ein alkoholisierter Autofahrer mit einem Motorrad zusammen, der 65-jährige Fahrer verstirbt später im Krankenhaus. Im Juli endet der Ausflug eines Rentners in Velbert tödlich, als er beim Entladen seines Koffers aus dem Reisebus vom einem Auto erfasst wird. Und im Dezember verstarb in Neviges eine 77-Jährige auf der Lohbachstraße, die 20 Meter neben einer Fußgängerfurt die Straße überqueren wollte und mit einem Auto zusammenstieß.

Trotz der stark gestiegenen tödlich verletzten Verkehrsteilnehmer konnte Thomas Hendele der Statistik auch Positives entnehmen: „Bei allen anderen Parametern liegen wir besser als im Landesdurchschnitt.“ Im Jahr 2015 wurden 13.066 Verkehrsunfälle der Polizei gemeldet, ein Anstieg um 231 oder 1,8 Prozent. Im Vergleich zum gesamten Land Nordrhein-Westfalen liegt das Risiko, im Kreis Mettmann an einem Verkehrsunfall beteiligt zu sein, um 20,15 Prozent niedriger. „Und das bei der dichten Bebauung auf kleiner Fläche mit vielen Verkehrsteilnehmern“, wie Manfred Frorath, Leiter der Polizeiabteilung, zu bedenken gibt. „Unser Ziel ist die Bekämpfung der Unfälle mit schweren Folgen.“ Mit einem ineinander verzahnten Konzept aus repressiven Maßnahmen und präventiven Aktionen soll der bestmögliche Erfolg erzielt werden.

„Das Problem der Motorradfahrer hält sich bei uns noch im Rahmen“, findet der Leiter der Direktion Verkehr, Peter Nieth. "Trotzdem haben wir diese Zielgruppe fest im Blick. Bei dem Krad-Aktionsbündnis Niederberg arbeiten wir mit den Kollegen aus Wuppertal und dem Ennepe-Ruhr-Kreis eng zusammen."
Mit dem „Projekt Korrekt!“ werden Fußgänger und Radfahrer auf ihr Fehlverhalten hingewiesen. „Diese Gruppe hat keine Knautschzone“, gibt Peter Nieth zu bedenken. Im Aktionsbündnis Seniorensicherheit transportieren ehrenamtliche Sicherheitsberater nicht nur die Themen Sicherheit im Straßenverkehr, sondern auch den Schutz vor Diebstahl, Betrug und Einbruch.

2.000 Jugendliche nahmen im vergangenen Jahr an der landesweiten Kampagne „Crash-Kurs NRW“ teil. Notärzte, Rettungsassistenten, Notfallseelsorger und selbstverständlich Polizisten und Unfallbeteiligte schildern im Rahmen einer sehr emotionalen Bühnendarstellung ihre Erlebnisse mit schweren und tödlichen Unfällen. „Wir hoffen, dass sich die jungen Leute davon beeindrucken lassen und sich entsprechend vorsichtig im Verkehr bewegen.“
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