Eine Sekunde ändert alles: Fabian Hofmann (16) bleibt nach Unfall gelähmt - Freunde sammeln Spenden für die Familie

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Melanie und Holger Hofmann wirken gefasst, als sie über ihren Sohn Fabian sprechen. Der befindet sich auf der Intensivstation der BG Unfallklinik Duisburg. Am 18. Mai hatte der 16-Jährige einen schweren Motorradunfall und wurde von zwei Traktorreifen überrollt.

Dieser Tag ändert alles. Nicht nur das Leben von Fabian, sondern seiner ganzen Familie. „Fabian wird etwa von der Brust abwärts gelähmt bleiben“, sagt seine Mutter. Ohne Tränen, mit fester Stimme.
Die Eltern wissen dies seit einigen Tagen und haben sich sehr schnell mit der neuen Situation arrangiert. „Das haben uns die Ärzte bestätigt. Wir müssen stark sein. Für Fabian“, ergänzt sein Papa Holger.
Zweimal ist der junge Mann operiert worden, der Unfall hat zahlreiche innere Verletzungen verursacht. Unter anderem ist das Rückenmark durchtrennt, weshalb Fabian auf den Rollstuhl angewiesen sein wird. „Er ist ein Kämpfer, wird an dieser Diagnose nicht zerbrechen“, sagen die Eltern. Ein bisschen Hoffnung schwingt dabei mit.

„Wo bin ich?“ und
„Was ist passiert?“


Denn ob er es bereits verstanden hat, da ist sich die Familie nicht sicher. „Wenn er aufwacht, fasst er oft hektisch an seine Beine“, berichtet Melanie Hofmann. Auch Fragen hat er schon aufgeschrieben. Wo er ist und was passiert sei. „Aber er ist noch sehr schwach“, sagt die Mutter, die von früh bis spät am Krankenbett wacht.
Gerade einmal eine Woche war Fabian stolzer Besitzer der gedrosselten 125er, im Januar hatte er den Führerschein gemacht. Papa Holger, selbst Biker, war mit ihm herumgefahren, wollte sicher gehen, dass sein Sohn die Maschine beherrscht. „Er hat das gut gemacht.“ Umso mehr Fragezeichen wirft der Unfall auf. „Fabian hat mit seinem Motorrad bereits gestanden. Er muss aus dem Stand mit der Maschine umgefallen sein, unmittelbar vor dem Traktor“, schildert Holger Hofmann den Unfallhergang. Der Traktor konnte nicht mehr ausweichen, mit zwei Reifen fuhr er dem Jungen über den Rumpf.
„Mein erster Gedanke war: Das kann er nicht überlebt haben.“ Umso überraschter war die Mutter, als sie ihren Sohn noch an der Unfallstelle im Rettungswagen sah. „Er wirkte äußerlich unverletzt.“ Der Rettungshubschrauber brachte ihn in die Uni-Klinik, dort wurde er sofort operiert und im Anschluss fünf Tage ins künstliche Koma versetzt. Dann erfolgte die zweite, achtstündige Operation. Inzwischen ist sein Zustand stabil, er wurde nach Duisburg verlegt, aber bis er nach Hause kann, wird noch einige Zeit vergehen.
Wie es weitergeht, weiß keiner. Viele der Pläne, die Fabian hatte, sind Vergangenheit. In diesem Sommer wollte er seinen Schulabschluss machen, hatte bereits einen Lehrvertrag als Kfz-Mechatroniker unterschrieben. Jetzt nimmt die Genesung allen Raum ein.
Bis Fabian zurück zu seiner Familie kommt, muss noch vieles in die Wege geleitet werden. So zum Beispiel der Umbau der Wohnung. Fabian kann mit einem Rollstuhl beispielsweise nicht vom Wohnzimmer in die Küche gelangen, weil zwei Stufen zu überwinden sind. Diese und weitere Hürden in dem alten Schieferhaus müssen abgebaut werden. Auch das Badezimmer muss erweitert werden. Das Auto von Papa Holger, ein Golf II aus dem Jahr 1989, ist ebenfalls nicht geeignet, um einen Rollstuhl zu transportieren. „Es muss ja möglich sein, dass ich Fabian zum Arzt bringe“, sagt Holger Hofmann.

Was die Unfallkasse zahlt, ist ungewiss


Aus eigener Kraft kann die Familie das alles nicht stemmen. Ob und in welchem Maße die Unfallkasse NRW eintritt, steht noch nicht fest. „Wir haben den gesetzlichen Auftrag, mit allen geeigneten Mitteln die Rehabilitation zu fördern“, sagt Pressesprecherin Nil Yurdatap auf Anfrage des Stadtanzeigers. Das heißt: Glück im Unglück, denn weil es sich um einen Schulwegunfall gehandelt hat, ist die Unfallkasse zuständig. Und die kann tiefer in die Tasche greifen als eine Krankenkasse. „Aber das wird im Einzelfall entschieden“, so die Pressesprecherin.
Dennoch sammeln Freunde der Familie Spenden, federführend Vermieter Markus Hornbach. „Sollte die Unfallkasse NRW tatsächlich für alle Kosten aufkommen, soll Fabian das Geld zur Verfügung stehen für Dinge, die ihm das Leben erleichtern und verschönern“, sagt der Langenberger. Und bis das feststeht, lässt er nichts unversucht und mobilisiert Hilfe, wo es ihm möglich ist.
Über die Hilfe und Anteilnahme freuen sich die Hofmanns. „Es ist schön zu sehen, dass wir in solch schwierigen Momenten nicht alleine da stehen.“

Spenden


Ein Spendenkonto für Fabian hat Markus Hornbach bei der Sparkasse HRV eingerichtet: IBAN DE 05 3345 0000 1024 3317 44. Verwendungszweck: „Spende Fabian“.
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