Friedrichstraße im Wandel - Neues Buch dokumentiert die Veränderungen der Einkaufsmeile

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Mit dem Buch „125 Jahre Friedrichstraße“ haben Herausgeberin Gabriele Scheidsteger (Mitte) und die Autoren, Dr. Jutta Scheidsteger (rechts) und Christoph Schotten, eine kurzweilige Dokumentation geschaffen, die den Wandel der Einkaufsstraße zeigt. Foto: Bangert

Passend zum Jubiläum der Namensgebung der Friedrichstraße ist ein Buch über die bedeutendste Straße der Stadt erschienen.

„125 Jahre Friedrichstraße – Velberts Einkaufsmeile im Wandel der Zeit“ stellt eine umfangreiche Dokumentation zur Geschichte dieser Straße dar.
Vor 1888 hieß sie „Essen-Solinger-Straße“ und machte im Namen ihre Funktion deutlich: Kohlen und andere Waren aus Essen wurden ins Bergische Land gebracht. An dieser Durchgangsstraße zu wohnen war attraktiv und es ließen sich gute Geschäfte machen. Neben Händlern gab es eine erste Apotheke, das Rathaus und Gasthäuser mit Pferdewechselstationen. Als im Juli 1888 nach nur 99 Tagen der sehr beliebte Kaiser Friedrich III. verstarb, beschloss zwei Tage später die Gemeindevertretung, die Essen-Solinger-Straße in Friedrichstraße umzubenennen.

Die zunehmende Mechanisierung der Industrie in dieser Zeit ließ Velbert rasch wachsen: 1890 lebten rund 7000 Menschen in der Stadt, 1905 waren es rund 19700. Und damit veränderte sich das Gesicht der Friedrichstraße, die immer weiter ausgebaut wurde, die Postkutschen verschwanden, die Straßenbahn kam, die nach dem Zweiten Weltkrieg Bussen und Autos Platz machte, die schließlich zum Teil von der Straße verbannt wurden, um den Fußgängern mehr Platz zu bieten.

Diesen enormen Wandel zeigen Herausgeberin Gabriele Scheidsteger und ihre Mutter Dr. Jutta Scheidsteger und Christoph Schotten als Autoren sehr anschaulich dar.„Wir standen bei der Arbeit immer im Kontakt mit dem Bergischen Geschichtsverein“, berichtet Dr. Jutta Scheidsteger. Stadtarchivar Christoph Schotten hat bei der Suche nach historischen Fotos nicht nur im Fundus des eigenen Hauses nachgeschaut, sondern durchforstete Privatarchive der Anlieger, so bei den Familien Saalmann oder Stüttgen.
Es werden nicht nur die Häuser beschrieben, sondern auch die Betriebe, die an der Friedrichstraße produzierten. Wer dabei an Schlösser denkt, liegt richtig, aber es gab auch Kurioses: „Da, wo später das Karstadthaus eröffnet wurde, befand sich die Firma Adrian Rode, der größte Hersteller von Kinderpistolen“, erinnert Christoph Schotten.

Dr. Jutta Scheidsteger widmet ein Kapitel den vielen schönen und ausgefallenen Sachen entlang der Friedrichstraße, die dem flüchtigen Passanten entgehen. „Das Schöne liegt im Verborgenen“, sagt sie und verspricht, dass das Buch viele Erinnerungen wachrufen wird. Aber nicht nur die Älteren werden den Band, der im örtlichen Buchhandel erhältlich ist, mit Interesse durchblättern. „Ich stelle fest, dass sich immer mehr Leute mit der Geschichte beschäftigen.“
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