Herzschlagfinale vermeiden

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HELIOS Klinikum Niederberg in Velbert informiert:


Gewonnen! Achtelfinale erreicht. Gestern Abend spielte Deutschland gegen Nordirland 1:0. Ob es gegen die nächste Mannschaft wieder so spannend wird? Unsere Fan-Herzen werden sicherlich wieder höher schlagen. Die Anspannung, die vor, während und nach dem Spiel herrscht, birgt aber auch Gesundheitsrisiken. Vor allem Menschen mit einem vorbelasteten Herz-Kreislauf-System können Herz-Rhythmus-Störungen entwickeln oder sogar einen Herzinfarkt erleiden, wenn es auf dem Feld hoch her geht. Damit auch die heißblütigsten Fans das Endspiel unbeschadet überstehen, gibt ein Experte des HELIOS Klinikums Niederberg Tipps.

Ein Fußballspiel kann die Gemüter erhitzen und das Herz überlasten – vor allem bei Spielen der eigenen Mannschaft. Die Anspannung ist so groß, dass „das Herz fast stehen bleibt“. „Schuld daran sind die Hormone Adrenalin und Noradrenalin, die bei erhöhtem emotionalem Stress verstärkt ausgeschüttet werden. Diese Stresshormone belasten das Herz-Kreislauf-System, so dass es zu einem Infarkt kommen kann“, erklärt PD Dr med. Klaus Emmerich, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie. „Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land waren bei den Spielen der deutschen Mannschaft deutlich mehr kardiale Notfälle zu verzeichnen als erwartet, wie eine Studie damals belegte“, sagt PD Dr. Emmerich. Gefährdet sind vor allem männliche Fans mit Erkrankungen der Herzkranzgefäße. Zur Risikogruppe zählen außerdem Raucher und Menschen mit hohen Blutdruck oder erhöhtem Cholesterinspiegel.

Bei Verdacht eines Herzinfarktes muss sofort der Notarzt verständig werden. Symptome für den Infarkt sind Schmerzen im Brustbereich sowie ein Engegefühl. Häufig strahlen die Schmerzen in die Arme, Schultergegend, Hals oder in den Oberbauch aus.

„Menschen, die unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, sollten deshalb zusätzliche Aufregung während des Endspiels vermeiden, denn Mitfiebern und Schimpfen wird die Anspannung nur erhöhen. Wichtig ist, dass die vorgeschriebenen Medikamente wie gewohnt eingenommen werden“, empfiehlt der Kardiologe. Zudem sollte ausreichend getrunken, Alkohol und Zigaretten aber vermieden werden. Auf typische Nervennahrung, wie Chips, Bratwurst und Bier, dürfen Fans gerne mal verzichten, dafür dürfen sie bei Gemüse, magerem Fleisch und Fisch kräftig zuschlagen.

Um die Anspannung während des Spiels zu verringern, können Fußballbegeisterte zwischendurch auf Entspannungsübungen zurückgreifen: „Autogenes Training, Sportübungen, aber auch einfach mal an die frische Luft gehen, führen zu einer Entspannung des ganzen Körpers. Wir sind gelassener und der Stress macht uns weniger aus“, sagt PD Dr. Emmerich. Für die EM zu kurzfristig, aber grundsätzlich gilt: Wer regelmäßig Sport betreibt, tut seinem Herz etwas Gutes. Das Herz-Kreislauf-System und die Herzkranzgefäße werden durch Ausdauersport gestärkt.
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