Horst Haaf: Ein Buch voller spannender Kapitel

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Horst Haafs Leidenschaft waren schon immer Bücher. Sein Ziel war es, Kinder fürs Lesen zu begeistern.
Horst Haaf, viele Jahre Inhaber der Buchhandlung Löhr und engagierter Velberter Bürger, ist am Sonntag im Alter von 91 Jahren verstorben. Ein schwerer und trauriger Verlust, nicht nur für seine Angehörigen und Freunde, sondern für viele Bürger der Stadt.
Der Stadtanzeiger blickt noch einmal zurück und erinnert an einzelne Kapitel seines Lebens. Denn der leidenschaftliche Buchhändler prägte viele Velberter Projekte und Aktionen in Velbert mit, vor allem was die Leseförderung bei Kindern betraf. Und so war er auch Mitbegründer des städtischen Vorlesewettbewerbs, der seit 1952 jährlich durchgeführt wird. Noch bis zum vergangenen Vorlesewettbewerb, der in Zusammenarbeit mit der Zentralbibliothek Velbert durchgeführt wird, gehörte er zu den größten Unterstützern und lies es sich nicht nehmen, den Kindern von der Erfindung des Bruchdrucks zu erzählen.

Mit Antoine Saint-Martin, Schüler aus Velbert und ehemaliger Schülerpraktikant beim Stadtanzeiger, setzte sich Horst Haaf vor rund einem Jahr zum Interview zusammen und berichtete von seiner Liebe zu Büchern: „1952 haben einige Pädagogen einen Ausschuss gebildet, um die Bücher, die den Schülern vorgestellt wurden, strenger auszulesen“, erläuterte er damals. Sein Wissen als Buchhändler wollte der Ausschuss damals nutzen, weshalb Hans Amling, Pädagoge und Vorsitzender des Ausschusses, ihn um Mithilfe bat. Schon kurze Zeit später entstand die Idee des Vorlesewettbewerbs, schnell wurde sie in die Tat umgesetzt. „Wir luden die damals sehr bekannte Jugendbuchautorin Lisa-Marie Blum ein. Sie kam nach Velbert mit einem riesigen Koffer. Es war zwar nicht viel los, doch wir alle haben uns gefreut, dass sie hier war.“

Im Jahr 1959 schaltete sich der Börsenverein des deutschen Buchhandels ein, mit dem Ziel, den Lesewettbewerb auf ganz Deutschland auszuweiten, was auch gelang. Mittlerweile ist der Wettbewerb zu einer gut besuchten Veranstaltung herangewachsen. Regelmäßig wohnen ihm Mitglieder der Stadtverwaltung, Schulräte, interessierte Eltern und Pädagogen bei. Und auch Horst Haaf lies sich Jahr für Jahr gerne von den Schülern der Stadt vorlesen.
"Die Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei und natürlich auch die Vertreter der Stadt haben sich immer große Mühe mit dem Wettbewerb gegeben“, lobte Haaf die Organisatoren. In all den Jahren sei noch nicht viel schief gelaufen. Und nur einmal, beim Wettbewerb vor drei Jahren, konnte Horst Haaf nicht anwesend sein. „Ich war im Urlaub an der Donau, als diese gerade Hochwasser führte. Mein Hotel stand fünf Meter unter Wasser“, erzählte er damals. "Deshalb konnte ich nicht rechtzeitig zum Vorlesewettbewerb wieder in Velbert sein.“

Der bekannte Velberter, der am 9. Juli 1924 geboren wurde, betonte immer wieder die Wichtigkeit des Lesens und Vorlesens. Auch mit der Digitalisierung von Büchern befasste er sich, sah darin eine mögliche Gefahr für den örtlichen Buchhandel. "Bücher gehören zu unserem Leben. Stellen Sie sich nur mal eine Wohnung ohne Bücher vor. Da fehlt doch die ganze Wohnlichkeit. Ich kann nicht von einem Bildschirm ein Buch lesen, denn ich brauche das Gefühl der Seiten, den Geruch des Leims.“ Sein Lieblingsautor war übrigens der deutsche Nachkriegsautor Siegfried Lenz, besonders sein Werk "Das Feuerschiff“ gefiel ihm. „Es geht darin um Pflichterfüllung.“

Viel hat Horst Haaf in seinem Leben erreicht, unter anderem bildete er über 100 Lehrlinge aus. Doch nicht nur für sie bedeutet der Tod des Velberters ein schwerer Abschied. Horst Haaf hinterlässt unter anderem drei Kinder, zehn Enkel und vier Urenkel.
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