Industriekultur wurde gesichert: THW-Jugend und Jugendfeuerwehr Heiligenhaus sicherten Werkzeuge für die Nachwelt

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Arbeiteten in den Hallen der ehemaligen Hitzbleck-Gießerei: THW-Jugend und Jugendfeuerwehr. (Foto: Jugend-THW)
Seit 2009 steht die Produktion der Gießerei Hitzbleck still und die Hallen, in denen über hundert Jahre Tempergussteile hergestellt wurden, stehen leer.
Der Abriss ist unausweichlich, doch liegen auf dem Gelände und in den Gebäuden noch viele Gegenstände, die an die Industrietradition im Herzen von Heiligenhaus erinnern. Jetzt arbeiteten die THW-Jugend und die Jugendfeuerwehr Hand in Hand, um diese Exponate aus der Zeit der Produktion zu bewahren. Mehrere schwere Fahrzeuge des Technischen Hilfswerks vom Ortsverband Heiligenhaus/Wülfrath und der Feuerwehr Heiligenhaus fuhren dafür auf das verlassene Gelände der Firma Hitzbleck. Etwa 35 Jugendliche, ausgerüstet mit Helm, Handschuhen und Lampen betraten die hiesigen Hallen. Ziel war es, Gegenstände aus den Zeiten der Produktion aufzulesen und zu sichern, um sie für die Nachwelt zu erhalten.

Feuerwehr und THW
arbeiteten Hand in Hand

Unter den Augen von Harald Flügge, Vorsitzender der Stadt- und Bodenentwicklungsgesellschaft, leuchtete die THW-Jugend die finsteren Gänge im Untergeschoss aus, während die Jugendfeuerwehr das Verwaltungsgebäude und die ebenerdigen Produktionshallen durchsuchte. Beide Hilfsorganisationen arbeiteten Hand in Hand.
Wichtige Werkzeuge, Formen und Materialien sollten nicht einfach der Entsorgung zum Opfer fallen. So wurde die Stechuhr inklusive Zeitkartenablage, an der jeder Mitarbeiter morgens vorbeiging, demontiert und verwahrt. Originale Bestellvordrucke und Ordner aus den Büros wurden gesammelt, ebenso wie wichtige Betriebsanweisungen.
Die Jugendlichen selbst konnten sich aktiv mit der Heiligenhauser Industriegeschichte auseinandersetzen. So haben nun alle Teilnehmern gelernt, dass mitten in der Innenstadt vor wenigen Jahren noch Werkzeuge wie Schraubzwingen oder Verbindungselemente für Baugerüste hergestellt wurden.
„Es ist unheimlich, man hat den Eindruck, hier hätten bis letzte Woche die Beschäftigten noch gearbeitet“, fasst Christian Frisch, stellvertretender Jugendfeuerwehrwart die Eindrücke zusammen. „ Zum Teil liegen die Geräte noch einsatzbereit an den Arbeitsplätzen. Jetzt konnte ein Teil für die Nachwelt erhalten werden.“
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