Kritik an Busverbindungen - ZOB würde Probleme lösen

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Ein Zentralert Omnibusbahnhof (ZOB) ist an der Poststraße in Velbert geplant. Foto: Archiv/Bangert

Zahlreiche Vorschläge für Veränderungen und Verbesserungen des Öffentlichen Personennahverkehrs in Velbert enthält der Zwischenbericht für den 3. Nahverkehrsplan für den Kreis Mettmann.

Die Lösung vieler Probleme liegt in der Einrichtung eines Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) an der gegenwärtigen Haltestelle Poststraße. Damit wird die nach Ermittlung der Gutachter zeitraubende Umfahrung der Innenstadt über den Cityring beendet. „Dort wird auch ein Anlaufpunkt für Linien aus Wuppertal, Essen, Heiligenhaus und Wülfrath entstehen,“ freut sich der Velberter Landtagsabgeordnete Volker Münchow. „Wichtig ist auch, dass sich die Experten intensiv mit den schlechten Verbindungen zwischen Velbert und Langenberg auseinandergesetzt haben.“

Grundsätzlich heißt es in dem Gutachten: „Der Stadtteil Velbert-Mitte ist in weiten Teilen nahezu vollständig durch den Öffentlichen Personen-Nahverkehr erschlossen. Lediglich im Bereich West an der Grenze zu Heiligenhaus ist ein Wohngebiet ohne ÖPNV-Anbindung (Zur Sonnenblume)“.

Bürgerbusse erschließen viele Bereiche

Anders sei es in Langenberg und auch Neviges, bemängeln die Experten in dem mehr als 400 Seiten starken Gutachten. Viele Bereiche von Langenberg sind nur durch Bürgerbuslinien erschlossen, die allerdings mit teils größeren Taktlücken verkehren, „was die Erschließungswirkung in den betroffenen Gebieten relativiert.“ Als Beispiel nennen die Gutachter den Bereich Eichenhöhe. „An solchen Stellen werden wir im Zusammenhang mit der Neuordnung nach Einweihung des ZOB für Verbesserungen sorgen“, hat sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerno Böll-Schlereth vorgenommen.
In keiner Stadt im Kreis gibt es so viele und ausgedehnte Langsam-Fahrstrecken für die Busse wie in Velbert. Auf dem gesamten Innenstadtring liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit unter 20 Stundenkilometer. Ähnliches Schneckentempo notierten die Experten in der Langenberger Innenstadt und auf der Langenhorster Straße.

Qualität der Haltestellen wird auch kritisiert

Auch die Qualität der Haltestellen untersuchten die Gutachter. In Neviges befanden sie, dass die Haltestelleninseln so schmal, sodass sie für Rollstuhlfahrer und Personen mit Kinderwagen „nur bedingt geeignet“ sind. Kritisiert wird die Haltestelle Bleibergquelle, die für die vielen Fahrgäste viel zu klein sei. Ärgerlich auch die fehlende Wendemöglichkeit an der S-Bahn-Haltestelle Nierenhof. Aus diesem Grund können die Busse nicht unmittelbar an den Bahnhof fahren.
Skeptisch äußern sich die Gutachter zu einer Schnellbusverbindung zwischen Langenberg und Velbert-Mitte im Stundentakt. Sie bringe nur wenige Minuten Zeitgewinn. Besser sei eine Beschleunigung der bestehenden Verbindungen durch straffere Streckenführungen. Die Linie OV6 sollte eine Verdichtung im Takt der S-Bahn erfahren, und die OV7 sollte im Bereich Röbbeck und in Langenberg eine bessere Linienführung bekommen.

„Die entscheidende Verbesserung der Busverbindungen in Velbert kommt aber durch den zentralen Busbahnhof. Für die Fahrgäste gibt es einen übersichtlichen, gut ausgestatteten, zentralen Umsteigepunkt auch in die regionalen Linien in die Nachbarstädte,“ erwartet Münchow. „Der Betriebsbeginn ist für 2015 vorgesehen. Bis dahin müssen die Vorschläge der Gutachter diskutiert, überprüft und vorbereitet worden sein.“
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