„Nicht so sehr auf die Noten schauen“

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„Mit der Abschaffung der Kopfnoten wurde Schaden angerichtet“, erzählt Joachim Fröhlich, Geschäftsleiter der Gemeinschaftslehrwerkstatt in Velbert. Er ist der Meinung, dass die Kopfnoten ein wichtiger Bestandteil für die Auswahl der Auszubildenden waren, da man nicht so sehr auf die schulischen Noten achten sollte, sondern mehr darauf, dass die Chemie zwischen dem Azubi und den anderen Mitarbeitern eines Betriebs stimmt.
Dennis Dankert, Umschüler zum Zerspanungsmechaniker, sei ein „Beispielfall für etwas Gelungenes“, bewertete Ute Ackerschott, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Mettmann. Dankert hatte seine damalige Ausbildung als Verfahrensmechaniker angefangen, aber aufgrund eines Motivationsproblems nicht beendet und holte sich im Anschluss Rat bei der Arbeitsagentur. Diese legte ihm eine Umschlung in der Gemeinschaftslehrwerkstatt in Velbert ans Herz, die Dankert sofort in Angriff nahm. „Herr Dankert hatte den Mumm, sich hier zu stellen“, erläuterte Ackerschrott. „Das Einarbeiten war anstrengend, aber nach ein paar Wochen ging es“, erzählte Dankert. Er hat die zweijährige Umschulung fast hinter sich und ist derzeit in der Prüfungsphase.
Die Agentur für Arbeit konzentriert sich derzeit auf die „Erstausbildung für Spätstarter“, für Menschen im Alter von 25 bis 34 Jahren. Angeboten werden Umschulungen in Betrieben, wodurch die Chance, aus der Schulung heraus einen Arbeitsplatz zu bekommen oder übernommen zu werden, hoch ist.
Der Arbeitsmarkt an sich plätschere derzeit vor sich hin. Weder Krisen noch große Booms würden sich im Kreis Mettmann bemerkbar machen. Trotzdem stecke hinter den Zahlen viel Bewegung. Der Mai brachte 18.203 Arbeitslose - das waren 179 weniger als im April. Gegenüber dem Vorjahr sind es aber 961 Arbeitslose mehr. Die Zahl der Entlassungen nehme weiter ab, dafür würden aber auch weniger Arbeitnehmer eingestellt.
Es sei allerdings so, dass es auf die gleichbleibend vielen Bewerber weniger Stellen gibt. So kämen auf eine Ausbildungsstelle mehr als zwei Bewerber. Ute Ackerschrott fordert Betriebe dazu auf, Auszubildende anzunehmen. „Es muss noch etwas passieren, bis das Berufsausbildungsjahr geschlossen werden kann. Der Markt ist in den Zahlen nicht ganz so fröhlich. Es wird besser, aber noch nicht gut.“
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