Panik! Kinder wurden vermisst!

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Sabrina Jaite durchlebte sechs Stunden lang ein absolutes Gefühlschaos. Ihr Sohn Fynn war verschwunden und die Kripo startete eine Suchaktion.
Wohl niemand kann sich ausmalen, welch ein Gefühlschaos eine Mutter durchlebt, wenn das eigene Kind plötzlich spurlos für mehrere Stunden verschwunden ist. Panik bricht aus, Tränen schießen in die Augen und das Herz beginnt zu rasen. "Das war der absolut schlimmste Tag in meinem Leben", sagt Sabrina Jaite, die genau diese Erfahrung nun machen musste.

Die Kripo wurde eingeschaltet, viele Einsatzkräfte wurden mobilisiert und eine große Suchaktion wurde gestartet


Doch vorne weg: Ihrem siebenjährigen Sohn Fynn geht es gut, er ist wohl auf und war letztendlich auch nie in einer Gefahrensituation. Doch das wusste am Mittwochvormittag niemand, als sich herausstellte, dass der Junge pünktlich um halb acht das Haus verlassen hatte, aber nicht wie gewöhnlich in der Schule angekommen war. "Gegen halb elf erreichte mich die Schule an meinem Arbeitsplatz und fragte nach, ob es richtig sei, dass Fynn nicht da ist", erinnert sich Jaite. Diese war natürlich völlig besorgt und verständigte sofort die Polizei. "Der Gedanke von einer möglichen Entführung schießt einem natürlich sehr schnell in den Kopf, schließlich gab es meines Erachtens nach keinen plausiblen Grund für Fynns Verschwinden." Auch sein Freund und Mitschüler, der siebenjährige Leandro, blieb dem Unterricht aus unerklärlichen Gründen fern und war nicht mehr auffindbar.

Die Polizei betrachtete das Ganze ebenfalls direkt als Ernstfall, die Kripo wurde eingeschaltet, viele Einsatzkräfte wurden mobilisiert und eine große Suchaktion wurde gestartet. "Ich bin einfach nur dankbar für diesen tollen Einsatz", so die Velberterin. "Daher ist es mir auch ein wichtiges Anliegen, dass die Bürger von dieser Geschichte erfahren! Die Polizei war mir wirklich ein Freund und Helfer. Danke! Danke! Danke!"
Doch nicht nur die Beamten machten sich auf die Suche: Verwandte, Freunde, Eltern von Mitschülern, Nachbarn - sie alle ergriffen die Initiative und beteiligten sich. "Wir schickten uns per SMS die Orte, die wir schon abgesucht hatten, um möglichst effektiv zu handeln", sagt die Mutter, die aus Sorge kaum einen klaren Gedanken fassen konnte. "Im Nachhinein ist mir erst klar geworden, welche Unterstützung ich da erhalten habe. Teilweise sind die Leute nicht arbeiten gegangen, um meinen Sohn zu suchen." Auf diesem Wege wolle sich nochmals verdeutlichen, wie sehr sie das zu schätzen weiß. "Ihr wart da als ich euch gebraucht habe, das werde ich euch nie vergessen!"

Doch warum waren die Siebenjährigen überhaupt verschwunden und wo wurden sie letztendlich gefunden? "Man kann es wohl als dummen Jungenstreich oder unüberlegte Spielerei bezeichnen." Fynn und Leandro wollten eigentlich nur etwas Zeit überbrücken. Die beiden Jungen hatten erst zur zweiten Stunde Unterricht und hatten offensichtlich keine Lust, vorher das Betreuungsangebot der Schule wahrzunehmen, also entschieden sie sich, ein Spaziergang zu machen. "Plötzlich stand Spiel und Spaß bei dieser Entdeckungstour im Vordergrund", so Sabrina Jaite. Insgesamt 20 Kilometer legten die Kinder zurück, machten hier und da ein Päuschen, futterten ihre Pausenbrote und bekamen nach sechs Stunden Lust auf ein Eis. "Und als sei es das normalste auf der Welt, gingen sie zu Fynns Großeltern, um nach ein paar Euro zu fragen, damit es weiter zur Eisdiele gehen kann", kann die Velberterin kaum glauben, wie verantwortungslos ihr Sohn gehandelt hat. Die Großeltern waren natürlich bereits informiert, die Suchaktion wurde abgebrochen und alle waren froh, dass es Fynn und Leandro gut geht.

"Ihnen ist gar nicht richtig bewusst, was sie da gemacht haben", so die Mutter. "Natürlich haben sie Ärger bekommen und wir haben ihnen erklärt, warum wir das ganz und gar nicht lustig fanden, aber erstmal überwog natürlich die Freude, dass sie wieder da sind." Auch in der Grundschulklasse wurde das Thema nun noch einmal aufgegriffen, schließlich soll es keine Wiederholungstäter geben. "Wir werden noch lange daran zurückdenken", so Sabrina Jaite. "Natürlich ist es einerseits unangenehm, dass die beiden Jungs für dieses Chaos gesorgt haben. Aber andererseits ist es auch schön zu erfahren, welche tollen Leute einen umgeben."
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2 Kommentare
89
Frank Ortmann aus Velbert | 21.04.2016 | 14:54  
31
Jörg Hegmanns aus Velbert-Neviges | 22.04.2016 | 09:56  
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