Praxistest am Kicker. Studenten des Campus Velbert/Heiligenhaus entwickeln Torlinientechnik für Kicker

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In Bundesliga-Spielen wird die Torlinientechnik ab der kommenden Saison für Klarheit sorgen. „Das können wir auch“, dachte sich Prof. Dietmar Gerhardt vom Campus Velbert/Heiligenhaus.

Ein Studienobjekt war schnell gefunden. Der Heiligenhauser Bürgermeister Dr. Jan Heinisch hatte eine private Kickerspende an die Hochschule vermittelt, in den Pausen wird seitdem fleißig gekickert. „Als fußballbegeisterter Ingenieur sind da bei mir natürlich sofort alle Erfinder-Lämpchen angesprungen und ich habe überlegt, wie ich den Kicker in meine Vorlesung Sensortechnik integrieren kann“, sagt Prof. Gerhardt. Die Lösung: Auch der Kicker sollte Tore elektronisch auswerten und zählen können. Gefragt war „eine einfache, günstige und robuste Technik“, so der Professor. Vier Studenten aus dem siebten Semester stellten sich dieser Aufgabe: Benedict Bialon, Mara Schulte, Tobias Schumann und Marc Schiricke.
Ein Semester lang wurde überlegt, getüftelt und probiert, bis alles saß. „Das war eine Herausforderung. Wir hatten zwar Grundkenntnisse, mussten aber tief in die Materie eintauchen“, sagt Tobias Schumann in der Rückbetrachtung. Die Studenten entschieden sich für Lichtsensoren mittels Infrarot, die im Kicker-Gehäuse installiert wurden. Werden die Lichtschranken bei einem Tor vom Ball unterbrochen, sollten die Signale an einen Mikrocomputer weitergeleitet werden, der die Tore registriert, zählt und auf einem Display anzeigt. Probleme gab es bei der Signalübertragung von den optischen Sensoren zu dem Computer, aber auch die Kombination der einzelnen Bauteile und die Software-Programmierung bereitete dem Team Kopfzerbrechen - wenn auch nicht allzu lange, wie der finale Praxistest am gestrigen Dienstag gezeigt hat: Da waren der Bürgermeister sowie Vertreter der Presse eingeladen, die Torlinientechnik kennenzulernen - und schonungslos wurde jedes Tor gezählt. Zugunsten der Studenten, versteht sich.
Ob die jetzt präsentierte Technik zur Serienreife kommt, das ließen die angehenden Mechatronik-Ingenieure und ihr Professor offen. „Wenn wir die Möglichkeit zur Vermarktung erhalten, warum nicht?“, sagte Marc Schiricke.
Prof. Gerhardt hat indes schon Pläne für eine Weiterentwicklung. Nachfolgende Studenten sollen eine Technik entwickeln, die zudem die Geschwindigkeit des Balls messen kann.
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