Rettung im Dunkeln: Das THW in Heiligenhaus probte für den Ernstfall in ehemaliger Gießerei

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Nur im Licht der Helmlampen sichern die THW-Helfer einen Verletzten-Darsteller auf der Schleiftrage, um ihn über die enge Treppe einer Produktionsanlage ins Freie zu bringen. (Foto: Foto: Bangert)

Nächtlicher Großeinsatz für das Technische Hilfswerk (THW): Nach einer Verpuffung in der Gießerei Hitzbleck werden mehrere Menschen vermisst.

23 ehrenamtliche Helfer des Ortsverbandes Heiligenhaus/Wülfrath sind mit allen Fahrzeugen im Einsatz, die Fachgruppe Beleuchtung lässt die Hallen der ehemaligen Gießerei taghell erstrahlen. Doch drinnen ist es nahezu dunkel, die Helfer der beiden Bergungstrupps müssen sich im Schein ihrer Hand- und Helmlampen orientieren. Das ist gar nicht so einfach, denn das Gebäude ist sehr verwinkelt, überall liegt Bauschutt und Schrott, zudem ist alles mit einer dicken, schwarzen Staubsicht bedeckt, weshalb die Helfer Masken tragen. Schließlich werden erste hilflose Personen gefunden, teilweise an schwer zugänglichen Stellen: Ein Mann liegt auf einem Förderband unter der Hallendecke. Im anderen Gebäudeteil entdecken die Helfer einen Verunglückten hoch oben auf einer Produktionsanlage, zu erreichen nur über eine enge Treppe.
„Die ehemalige Gießerei Hitzbleck bietet ein gutes Szenario für eine solche Alarmübung“, findet Michaela Donner, die Pressesprecherin des THW-Ortsverbandes Heiligenhaus/Wülfrath. „Eine solche Übung dient dem Ernstfall.“ Acht Wochen lang wurde diese Übung unter großer Geheimhaltung vorbereitet. „Das ist schon wichtig, denn das Gefühl auf der Anfahrt zu einem Einsatz ist ganz anders als bei einer Übung, vor allem für die Fahrer, die mit Blaulicht unterwegs sind“, weiß Donner.
Später trafen die Helfer des Deutschen Rotes Kreuzes ein. Aus den Reihen des DRK-Ortsverbandes kamen die Verletztendarsteller, die am Unfallort notdürftig versorgt wurden, bevor sie die THW-Helfer zu den Rettungswagen brachten. Dabei wurden die Fähigkeiten der THW-Helfer ordentlich gefordert. Der Transport des „Verletzten“ von der Spitze der Produktionsanlage gestaltete sich schwierig: Die Schleiftrage musste nicht nur sicher über die enge Treppe bugsiert werden, die Orientierung fiel in der Dunkelheit des unbekannten Raumes schwer, außerdem mussten die Helfer auf Löcher in Trittstufen und Geländer achten.
Ohne Hilfsmittel konnte der Verletzte auf dem Förderband an der Hallendecke nicht geborgen werden.
Doch für solche Fälle ist das THW ausgerüstet. Auf einem Anhänger wird ein komplettes Gerüstsystem mitgeführt. „So etwas wird auch auf Baustellen verwendet, wir haben das allerdings in metrischen Maßen“, erklärt ein Helfer, der zusammen mit seinen Kameraden in Windeseile die Elemente zusammensteckt, um so den „Verletzten“ von der Decke holen zu können.
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