Rheinlandtaler für Friedhelm Kopshoff

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  Friedhelm Kopshoff, Buchautor und „Aul-Baas" (ehemaliger Vorsitzender) der Offers-Kompenei in Velbert wurde nun durch den Kulturausschuss der Landschaftsversammlung Rheinland (LVR) der Rheinlandtaler verliehen.

"Wenn nicht er, wer dann?", fragte Velberts Bürgermeister Dirk Lukrafka im Rahmen der Verleihung, die im Rathaus stattfand. Zahlreiche Gäste, darunter Familie und Freunde, aber auch Vertreter aus dem Stadtrat und den Fraktionen sowie Mitglieder der Offers-Kompenei ließen sich das nicht entgehen. Glückwünsche und Grußworte richtete außerdem auch Michael Ruppert, stellvertretender Landrat des Kreises Mettmann aus.

Friedhelm Kopshoff schrieb nicht nur zahlreiche Bücher über seine niederbergische Heimat - wie beispielsweise „Alt-Velberter Geschichte und Geschichten" oder „döt und dat – op Platt ut Alt-Velbert, Langenberg, Neviges, Heiligenhaus und Wülfrath" - sondern verfasste unter anderem auch von 1999 bis 2011 regelmäßig historische Beiträge für das Jahrbuch des Kreises Mettmann. Darüber hinaus schrieb er von 2000 bis 2011 vornehmlich historische und mundartliche Beiträge für eine Velberter Seniorenzeitung. "Er hat viele Vorträge in und über Platt gehalten, er hat öffentliche Mundartlesungen organisiert und regelmäßig Mundartbeiträge geschrieben", erinnert Anne Henk-Hollstein. Die stellvertretende Vorsitzende des LVR zeigte sich darüber hinaus beeindruckt, dass Kopshoff dabei auch die neuen Medien zu nutzen weiß: "Der Internet-Auftritt der Offers-Kompenei Velbert ist der beste in dieser Region, vielleicht sogar der beste deutschlandweit."

Die Velberter Offers-Kompenei sei so etwas wie ein Fixpunkt in Kopshoffs nachberuflichem Leben gewesen. 1954 wurde dieser Arbeitskreis von Mundartfreunden gegründet, heute ist er fest im Kulturleben und im Bewusstsein der Stadt verankert. "Und dass das so ist, ist zu einem großen Teil Ihr Verdienst, Herr Kopshoff", so Henk-Hollstein. Gemeinsam mit Maria Döbbers, die vor einigen Jahren ebenfalls mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet wurde, übernahm er 2005 die Leitung der Kompenei. "Damals war die Mitgliederzahl auf bedrohliche 17 abgesunken." Doch innerhalb kürzester Zeit gelang es den Beiden, so viele neue Mitglieder zu werden, dass sogar größere Räumlichkeiten gesucht werden mussten."Das ist angesichts der Mundartsituation im Bergischen Land, wo die Menschen kaum noch Dialekt sprechen, wirklich erstaunlich", lobt die stellvertretende Vorsitzende des LVR.

Nach der Verleihung des Talers und der dazugehörigen Urkunde richtete sich Friedhelm Kopshoff mit einigen Worten auch noch selber an die Gesellschaft. "Ich danke vor allem meiner Familie, die mir stets Rückhalt und Mut gegeben hat." Er erinnere sich noch genau wie seine Kinder vor Jahren Folgendes zu ihm gesagt hatten: "Rede nicht so viel von alten Zeiten, sondern schreib doch darüber!" Er sei froh, dass er diesen Rat befolgt habe. Nach wie vor sei er um den Erhalt der Mundartpflege besorgt. Aber gerne wolle er sich in seiner Freizeit auch weiterhin der Dokumentation der Sprache und der Alltagsgeschichte seiner Heimatstadt widmen.

Information:

-Im Jahr 2016 feiert der Rheinlandtaler sein 40-jähriges Jubiläum. Seit 1976 hat der Landschaftsverband Rheinland mit dieser Auszeichnung über 1.300 Menschen geehrt, die sich um die rheinische Kultur verdient gemacht haben.
-Die Förderung und Pflege der rheinischen Kulturlandschaft ist eine der wichtigsten Aufgaben des Landschaftsverbandes Rheinland.
-Mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet, werden Persönlichkeiten, die sich unter anderem um die Denkmalpflege, die Archiv-, Mundart-, Museums- und Landespflege, die Volkskunde und auch um die Naturkunde durch ehrenamtliches Engagement besonders verdient gemacht haben.
-Der Rheinlandtaler zeigt das Gesicht der Medusa: Diese „Herrscherin“ war in der griechisch-römischen Mythologie eine der drei Gorgonen, die man sich als weibliche Ungeheuer vorstellte. Nach antiker Vorstellung wehrte das Gesicht der Medusa jedes Unheil ab.
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