Schiedsfrau in Heiligenhaus möchte bei Streitigkeiten schlichten

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(Foto: Foto: Bangert)

Ich wollte schon immer etwas Ehrenamtliches machen“, begründet Birgit Lambers die Entscheidung, sich als Schiedsfrau zu bewerben.

Als die gebürtige Norddeutsche mit ihrem Mann von Essen nach Heiligenhaus zog, weil sie hier ein passendes Haus fand, dachte sie zunächst daran, als ehrenamtliche Richterin tätig zu sein.
Doch das hätte zeitlich mit ihrer Arbeit als Psychotherapeutin nicht zusammen gepasst. Als der Stadtrat eine Schiedsperson für den Osten des Stadtgebietes suchte, bewarb sich Birgit Lambers und wurde einstimmig für die nächsten fünf Jahre gewählt. Sie folgt damit Elke Lohmeier, die aus Heiligenhaus fortzog.
Bis die neue Schiedsfrau ihren ersten Fall bearbeiten darf, vergehen noch einige Wochen, weil sie sich die notwendigen juristischen Kenntnisse bei entsprechenden Schulungen aneignen muss. Handfeste Unterstützung mit praktischen Tipps aus langjähriger Erfahrung erhält sie dabei durch Horst Hendele, der seit 2004 für das westliche Stadtgebiet als Schiedsmann tätig ist. „Unser Ziel ist es, eine Einigung zwischen den Kontrahenten zu erzielen, denn wir sind keine Richter“, betont Hendele. „Wir wollen das Ende eines Konfliktes gestalten, bei Gericht gibt es einen Verlierer und Gewinner, die Schiedsleute haben ganz andere Gestaltungsmöglichkeiten. Wir schauen in die Zukunft, wir wollen, dass die Kontrahenten auch weiterhin noch Nachbarn sein können.“
Nachbarschaftsstreitigkeiten machen den größten Teil der Verfahren aus, generell werden Nachbarschaftsklagen vor Gericht erst dann verhandelt, wenn das Schlichtungsverfahren vor dem Schiedsamt erfolglos war. Aber auch Beleidigungen oder Schadensersatzforderungen werden von Schiedsleuten verhandelt. „Die Leute wissen gar nicht, dass sie mit jeder Streitigkeit zum Schiedsamt kommen können“, so Horst Hendele, der bei der Stadt Düsseldorf im Beschwerdemanagement tätig ist. Die Kosten für ein Schlichtungsverfahren können bis zu 70 Euro betragen, ein Gerichtsverfahren ist wesentlich teurer.
„Am Anfang eines Verfahrens gehen die Emotionen sehr hoch, da habe ich schon Mühe, das Gespräch in ruhige Bahnen zu lenken“, weiß Horst Hendele, der mit den Streithähnen am heimischen Küchentisch verhandelt. Psychotherapeutin Lambers wird die Verfahren in ihrer Praxis durchführen: „Aber auf die Couch braucht niemand.“
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