Sichtbar mit einem Klack

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Dieser Wagen wird mit seinen fluoreszierenden Streifen im Dunklen gut gesehen: Polizeidirektor Manfred Frorath (links) und Landrat Thomas Hendele präsentieren den ersten von 45 BMW-Streifenwagen, die nach einer europaweiten Ausschreibung die bisherigen VW-Modelle ablösen. (Foto: Ulrich Bangert)
  „Im vergangenen Jahr gab es im ganzen Kreis Mettmann nur einen Verkehrstoten, in diesem Jahr sind es bereits 13“, bilanziert Peter Nieth. „Unter diesen 13 Getöteten befanden sich sieben Fußgänger, davon waren fünf bei dunklen Tageszeiten unterwegs und waren dazu dunkel gekleidet“, so die Erkenntnis des Leiters der Verkehrsdirektion bei der Kreispolizeibehörde Mettmann.
Es war schon dunkel, als im Januar ein Autofahrer auf der Abtskücher Straße in Heiligenhaus ein älteres Paar erfasste: Beide waren dunkel gekleidet und starben noch an der Unfallstelle. Vor gut zwei Wochen passierte in der Nevigeser Innenstadt der jüngste tödliche Fußgängerunfall in der Dunkelheit.
„Sehen und gesehen werden ist an diesen dunklen Tagen besonders wichtig. Leider ist es so, dass Winterkleidung keine helle Kleidung ist“, bedauert Thomas Hendele, der als Landrat gleichzeitig Chef der Kreispolizeibehörde Mettmann ist und dem die Unfallprävention am Herzen liegt. „Jede dunkle Kleidung ist unfallfördernd, Jacken und Mäntel mit Reflektoren sieht man gut“, weiß Peter Nieth.
„Eine dunkel gekleidete Person wird von Autofahrern erst nach 25 Metern wahrgenommen, da kann keiner mehr rechtzeitig stoppen, wenn der Anhalteweg 27 bis 29 Meter beträgt. Trägt eine Person Reflektoren, wird sie bereits aus einer Entfernung von 150 Metern gesehen.“
Während bei Kindern und Jugendlichen Kleidung oder Tornister mit Reflektoren verbreitet sind, sieht das bei den älteren Jugendlichen und den Erwachsenen anders aus.

„Simple Sache, da braucht man keine andere Kleidung.“


Peter Nieth zeigt eine verblüffend einfache Methode, sich nachts sichtbar zu machen: „Solche Klackarmbänder legt man sich einfach um die Oberarme, und schon wird man für Autofahrer von weitem sichtbar“, so der Polizeibeamte, der die Bänder selber nutzt: „Die liegen bei mir im Flur, wenn ich abends rausgehe, lege ich sie einfach um den Arm.“ Landrat Hendele ist begeistert: „Simple Sache, da braucht man keine andere Kleidung.“
Damit sich möglichst viele Bürger mit diesen Reflektoren ausstatten, können diese an jeder Polizeiwache im Kreis kostenlos abgeholt werden. Außerdem gibt es selbstklebende Reflektoren, die auf Krückstöcke oder Rollatoren geklebt werden können. „In den vergangenen Tagen haben wir einen regelrechten Ansturm gehabt, es kann sein, dass die Klackbänder teilweise vergriffen sind, aber eine neue Lieferung ist bestellt“, versichert Polizeisprecher Ulrich Löhe. Außerdem verweist er auf entsprechende Accessoires, die es zum Teil für wenig Geld im Handel zu kaufen gibt.
Beim Thema Sichtbarkeit geht die Polizei im Kreis Mettmann mit gutem Beispiel voran. „Die neuen Streifenwagen sind auffällig mit fluoreszierenden Streifen versehen“, stellt Thomas Hendele die ersten 3er BMW-Touring vor, die nach einer europaweiten Ausschreibung sukzessive landesweit die bisherigen VW-Passat-Fahrzeuge ablösen. „Die neuen Wagen fallen auf, so was gibt es in Großbritannien und den Niederlanden schon länger“, weiß Polizeitechniker Andreas Feller bei der Pressevorstellung der Fahrzeuge.
„Was ist denn, wenn der Winter mit Eis und Schnee kommt, sind dann die Hinterrad getriebenen BMW nicht im Nachteil gegenüber dem VW-Fronttrieblern, gerade im niederbergischen Hügelland?“, wollte ein Journalist wissen. Pressesprecher Ulrich Löhe beruhigt: „Unsere Wagen haben alle gute Winterreifen, und die Kollegen in Bayern kommen mit den Fahrzeugen auch zurecht.“
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