So viele Jobs gab es noch nie

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Martina Würker, Geschäftsführerin vom Jobcenter ME-aktiv, und Marcus Kowalczyk, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mettmann, haben gut lachen: Der Arbeitsmarkt im Kreis Mettmann hat sich im vergangenen Jahr durchaus positiv entwickelt. (Foto: Ulrich Bangert)
Bei der Vorstellung der Jahresbilanz des Arbeitsmarktes im Kreis Mettmann gab es zufriedene Gesichter. „Wir haben ein wirkliches Allzeithoch, noch nie gab es so viele sozialversicherungspflichtige Beschäftigte im Kreis Mettmann, auch in Velbert geht es hoch“, strahlte Marcus Kowalczyk, Chef der Agentur für Arbeit im Kreis Mettmann. „Doch für Menschen, die nicht so leistungsfähig sind, ist es nach wie vor schwierig“, sagt Martina Würker, Chefin des Jobcenters ME-aktiv. „Die positive Entwicklung macht es für Menschen ohne Ausbildung nicht leichter, einer unserer Schwerpunkte ist die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit.“
Im vergangenen Jahr waren im Kreisgebiet 177.122 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die Zahl der Unterbeschäftigten, also Menschen, die arbeitslos sind und die in einer beruflichen Weiterbildung oder Vorruhestandregelung stecken, lag Ende Dezember bei 20.566 und sank gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent. „Das ist eine erfreuliche Entwicklung“, so der Agenturchef. Daneben ist es der Mettmanner Agentur gelungen, die Jugendarbeitslosigkeit sinnvoll zu bekämpfen, die jetzt bei 4,4 Prozent liegt. „Ein Spitzenwert“, wie Martina Würker bemerkt und auf die enge Betreuung des Jobcenters verweist: „Wir begleiten die jungen Menschen auch zu Bewerbungsgesprächen. Davon profitiert nicht nur der Jugendliche, sondern auch der Arbeitgeber.“
Die Nachfrage nach Arbeitskräften liegt auf dem Niveau von 2014. „Es werden definitiv Menschen fehlen“, sagt Marcus Kowalczyk mit Blick auf die Bevölkerungsprognose voraus. Doch Martina Würker fragt sich, was Industrie 4.4 bedeuten wird. „Wie sieht Arbeit im Jahr 2040 aus? Es wird viele Veränderungen geben. Wir können froh sein, wenn jungen Menschen kommen, die qualifiziert sind.“
Marcus Kowalczyk sieht eine Chance in den Flüchtlingen: „Die meisten sind unter 30 Jahre alt, das würde passen.“ Er weiß, dass deren Weiterbildung sehr viel Geld kostet und hofft auf die feste Zusage der Bundesregierung, dass Geld für Flüchtlinge nicht den Arbeitslosen entzogen wird. Der oberste Arbeitsvermittler des Kreises Mettmann geht davon aus, dass in diesem Jahr die Arbeitslosigkeit auf gleichem Niveau bleiben wird: „Wir haben keine Erkenntnis darüber, dass sich der Trend in eine andere Richtung bewegt. Wir bemühen uns, sie zu senken, aber wir wissen nicht, was noch kommt, auch in Sachen Flüchtlinge. Oder welche Auswirkungen die VW-Krise hat, bisher haben bei uns alle Firmen noch ihre Aufträge.“
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