Stauteich-Sanierung beginnt frühestens 2013

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Nach der Sanierung wird der Abtskücher Stauteich in dem Mündungsbereich des Rinderbaches durch eine Schilfzone ökologisch aufgewertet. (Foto: Ulrich Bangert)
Der Abtskücher Teich ist ein beliebtes Ausflugsziel im Niederbergischen. Doch in den nächsten Jahren droht eine große Baustelle.
Der Schlamm, der sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte auf dem Grund abgesetzt hat, muss entfernt werden. Gemäß aktueller EU-Richtlinien darf der Rinderbach nicht mehr durch den Teich fließen und soll ein eigenes Bett erhalten.
Erste Pläne des Bergisch-Rheinischen Wasserverbandes (BRW) sahen vor, das Gewässer wegen dieser Bauarbeiten komplett trocken zu legen. Die Absicht stieß auf einen breiten Widerstand der Heiligenhauser Bevölkerung, der Lokalpolitik und vor allem der Naturschützer. Die sahen die zahlreichen Tierarten, die sich rund um den Teich angesiedelt haben, in ihrer Existenz gefährdet.
Schließlich gelang es den Fledermäusen, die rund um den Teich relativ zahlreich vorkommen, die ursprünglichen Pläne zu kippen. „Die hoch geschützten Fledermäuse dürfen in ihrer Population nicht gefährdet werden,“ weiß Peter Schu, der stellvertretende BRW-Geschäftsführer. Deshalb wurde die Planung neu aufgerollt. Zur Entschlammung wird der Teich nun nicht vollständig leer gepumpt, sondern durch einen Querdamm geteilt. Während die eine Hälfte vom Schlamm befreit wird, bleibt die andere den Tieren als Lebensraum und Nahrungsquelle erhalten. In dem ersten Konzept war vorgesehen, den Teich zu verkleinern und dem Rinderbach zwischen Flurweg und Teich ein neues Bett zu geben. Die neuen Pläne sehen ganz anders aus: Der Bach soll nördlich am Teich vorbei geleitet werden, und zwar in den bereits vorhandenen Umlaufgraben, der entsprechend naturnah hergerichtet wird.
„Der Stauteich bleibt ein wichtiger Bestandteil im unserem Hochwasserschutzkonzept“, beschreibt Peter Schu dessen Bedeutung. Aus diesem Grund wird der Wasserspiegel künftig um 80 Zentimeter gesenkt, um zusätzliche Speicherkapazität zu schaffen, geregelt wird dies durch ein neues Ablaufbauwerk. Mit der Sanierung des Teiches werden die ökologischen Zustände verbessert. Das heute größtenteils kahle Teichufer soll durch Bäume, Büsche und Uferstauden aufgewertet werden, die den heimischen Tieren Nahrung und ungestörtere Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten bieten und die Menschen vom direkten Betreten des Uferbereiches abhalten. „Sichtlücken“ in den Neuanpflanzungen geben den Blick auf die Wasserfläche frei. Im bisherigen Mündungsbereich des Baches wird ein breiter Schilfgürtel entstehen. Eine kleine Insel wird den Wasservögeln zusätzliche Rückzugmöglichkeiten bieten.
„Das Konzept wurde Mitte des letzten Jahres den Gremien der Stadt Heiligenhaus vorgestellt und dort positiv aufgenommen“, freut sich Peter Schu. „Zurzeit ist ein Ingenieurbüro damit beschäftigt, das Planungskonzept zu einem Genehmigungsentwurf zu entwickeln, der dann öffentlich ausgelegt werden wird und zu dem alle Interessierte Stellung nehmen können. Die Dauer des Genehmigungsverfahrens ist nicht abschätzbar. Wahrscheinlich wird es frühestens 2013, eher noch etwas später sein, bis die Sanierung beginnen kann.“
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