Taubenhaus kommt nicht

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(Foto: Markus Schroeder)
Sie machen sich mehr und mehr in den Städten breit: Tauben. Auch in Langenberg leben geschätzt 450 Tiere. Deshalb sollte die Population reduziert werden. Aber das Projekt ist gescheitert. Damit haben die Vögel, die den Beinamen „Ratten der Lüfte“ tragen, einen Freiflugschein. Nistplätze gibt es genug, das Futterangebot ist üppig und natürliche Feinde sind rar - optimale Bedingungen für die anpassungsfähigen Tiere.
Um dem entgegenzuwirken, hat Ende 2011 die Arbeitsgruppe Stadttauben die Arbeit aufgenommen mit dem Ziel, ein Taubenhaus in Langenberg zu installieren. Jetzt, dreieinhalb Jahre später, ist das Projekt gescheitert, die Arbeitsgruppe stellt die Arbeit ein. „Die erste Voraussetzung, einen geeigneten Standort zu finden, wurde nicht erreicht“, erklärt Hans-Joachim Blißenbach, Pressesprecher der Stadt Velbert, auf Anfrage des Stadtanzeigers. Das liege einerseits daran, dass kein Hauseigentümer einen Taubenschlag unter seinem Dach haben wolle. Andererseits gab es die Idee, einen Bauwagen aufzustellen. Hier habe es Probleme mit den benötigten Strom- und Wasseranschlüssen oder baurechtlichen Aspekten gegeben. Und da das Taubenhaus zu den Tauben kommen muss und nicht umgekehrt, waren nur Standorte im Langenberger Zentrum überhaupt interessant.
„Eine weitere Schwierigkeit stellte die Bewirtschaftung des Taubenhauses dar“, so Blißenbach weiter. Zwar habe man mit den Taubenfreunden Menschen gefunden, die „mit Herzblut an das Projekt gegangen wären“, aber auch sie können keine Betreuung eines Taubenhauses über 15 bis 20 Jahre garantieren. „Und so alt werden die Tiere in einem Taubenhaus“, erläutert Blißenbach.
In Gesprächen mit Experten habe die Arbeitsgruppe erfahren, dass der Erfolg solcher Häuser zudem nicht garantiert sei. „Die Reduzierung des Taubenbestands durch solche Häuser ist umstritten“, sagt der Stadtsprecher. Sie funktionieren so, dass verwilderte Tauben mit Futter und gegebenenfalls anderen Tauben in den Schlag gelockt werden, dort Futter und optimale Brutbedingungen vorfinden. Ein Teil ihrer Eier (das Gelege) wird dann durch Attrappen ersetzt.
„Dies funktioniert nur, wenn die Hauseigentümer gleichzeitig mit der Vergrämung beginnen“, so Blißenbach weiter. Das heißt: Spikes auf Vorsprüngen und Mauern anbringen, Netze auf Dächern spannen und Maueröffnungen und defekte Fenster verschließen. „Bei den Vögeln handelt es sich um Felsenbrüter, die nehmen solche Einladungen gerne an“, so der Stadtsprecher. Die Technischen Betriebe haben entsprechende Maßnahmen vor ca. vier Jahren am Bürgerhaus begonnen und gehen so mit gutem Beispiel voran.
Als genauso wichtig betrachtet er die Einhaltung des Fütterungsverbots. „Wer seine Lebensmittel auf die Straße wirft oder die Stadttauben ganz bewusst füttert, fördert die Population.“ Dies sei übrigens eine Ordnungswidrigkeit, die mit 35 Euro geahndet werde. Bei „Wiederholungstätern“ steigt die Summe noch an.
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