Tierischer Verlust wegen Drogen im Garten

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„Wie kommen Drogen in unseren Garten?“ Diese Frage beschäftigt Familie Bröking (Sandra, Philipp, es fehlt Papa Axel) seit acht Tagen. Da starb einer ihrer Schäferhunde an einer Vergiftung.
  Es klingt unglaublich: Die Hunde von Familie Bröking wurden in ihrem Garten in Velbert-Mitte vergiftet - und das mit Drogen! Der große Garten ist unterteilt: Der vordere Teil steht den Menschen zur Verfügung, der hintere Bereich ist die Spielwiese der Schäferhunde. Eine Hecke grenzt das Grundstück von einem Fußweg ab, der den Krehwinkler Weg mit dem Losenburger Weg verbindet. „Der wird viel von Anwohnern und Schülern genutzt“, weiß Sandra Bröking, „vor allem, seit er asphaltiert ist“.
Von diesem Weg aus müssen die Drogen in den Garten gelangt sein – entweder hat sie jemand über die Hecke oder in das Buschwerk geworfen. „Es gibt verschiedene Spekulationen. Es könnte jemand gewesen sein, der aus Angst vor einer Polizeikontrolle seine Drogen schnell loswerden wollte. Es könnte sich hier auch um eine Art Depot handeln“, sagt die Velberterin, die am Krehwinkler Weg wohnt.

„Mir war schnell klar, dass es sich um eine zentral anregende Substanz handeln musste, die die Hunde aufgenommen hatten.“


Unstrittig aber ist: Es waren Drogen, die zwei der drei Hunde gefressen haben. Die Hündin Oxana starb keine 30 Minuten später in der Tierarztpraxis, in der Sandra Bröking als Tierarzthelferin arbeitet. Rüde Patch konnte dank des schnellen Einsatzes von Dr. Michaela Wiegand das Leben gerettet werden.
„Das fing bei beiden Hunden mit einem starken Hecheln an“, erinnert sich Bröking. Fieber kam hinzu, das innerhalb von Minuten bedrohlich anstieg, Bewegungsstörungen und schließlich der Zusammenbruch bei Oxana. „Wir konnten sie nicht mehr retten“, sagt Bröking.
Auch Dr. Wiegand spricht von einer „dramatischen Situation“: Mir war schnell klar, dass es sich um eine zentral anregende Substanz handeln musste, die die Hunde aufgenommen hatten.“ Während für Oxana jede Hilfe zu spät kam – ihre Körpertemperatur stieg bis auf 43,5 Grad – konnte Patch mit Maßnahmen wie Kühlen und Infusionen gerettet werden.
Die Ärztin gab die Symptome in eine toxikologische Datenbank der Universität Zürich ein, die Ergebnisse erhärteten ihren Verdacht, dass es sich um Drogen handelt. „Ich wollte unbedingt sicher gehen. Und so entnahmen wir Oxana noch eine Urinprobe und Patch ebenso“, schildert Bröking. Am nächsten Tag besorgte die Hundeliebhaberin einen Urin-Schnelltest, der überraschende Ergebnisse lieferte: „In Patchs Urin war THC nachweisbar, das ist Bestandteil von Cannabis. Bei Oxana zeigte der Test neben THC auch noch Methadon an.“
Für die Brökings war klar: Das muss der Polizei gemeldet werden. Sie erstatteten Anzeige wegen einer Straftat nach dem Tierschutzgesetz. Beamte machten sich vor Ort ein Bild, aber auch eine akribische Suche brachte keine Drogenfunde zu Tage.
Deshalb hoffen die Brökings jetzt auf Zeugen. „Wir haben eine Belohnung in Höhe von 250 Euro ausgesetzt“, berichtet Sandra Bröking. Wer zwischen Dienstag, 27. Oktober, und Freitag, 30. Okober, etwas Auffälliges auf dem Fußweg zwischen Krehwinkler- und Losenburger Weg gesehen hat, wird gebeten, sich unter Tel. 0173/2706315 zu melden.
Von einem gezielten Anschlag geht die Familie indes nicht aus: „Da gibt es andere Substanzen, die billiger und leichter erhältlich sind.“
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