Übler Geruch sorgt für Großeinsatz an der Gesamtschule

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Der Rettungsdienst war mit mehreren Fahrzeugen vor Ort, um sich um die Kinder zu kümmern, die über gesundheitliche Probleme klagten. (Foto: Feuerwehr Velbert)
  Velbert: Gesamtschule | Ein übler Geruch sorgte am Montag gegen 11.30 Uhr für einen Großeinsatz der Velberter Feuerwehr an der Gesamtschule. Das teilt die Feuerwehr mit. Der Rettungsdienst, die hauptamtliche Wache, zwei freiwillige Löschzüge sowie die ABC-Züge Velbert-Mitte und Langenberg waren im Einsatz.

Für den Großeinsatz sorgte eine Geruchsbelästigung in einem Chemieraum der Velberter Gesamtschule. Nachdem fünf Kinder der fünften Klasse im Chemieunterricht über ein Kratzen im Hals und teilweise auch über Übelkeit geklagt
hatten - ohne dass allerdings Versuche durchgeführt worden waren - war zunächst der Rettungsdienst angefordert, aufgrund der Lage kurz darauf auch die Feuerwehr alarmiert worden. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hatte die Schulleitung die Gebäude bereits mittels Evakuierungsalarm komplett geräumt und die Schüler auf einer Wiese unterhalb der Birkenstraße versammelt.

Um die Kinder, die über gesundheitliche Probleme klagten, hatten sich umgehend die Besatzungen von drei Rettungswagen - je einer aus Velbert, Heiligenhaus und Wülfrath - und der Notarzt aus Essen-Werden gekümmert. Ebenfalls vor Ort war der Leitende Notarzt des Kreises Mettmann.
Die Feuerwehr untersuchte derweil den naturwissenschaftlichen Trakt der Schule, jedoch ließ sich zunächst weder die Geruchsbelästigung noch eine Ursache für das Unwohlsein der Kinder feststellen. Schließlich fanden sich im Untergeschoss mehrere Sammelbehälter, die mit den Becken in den Chemieräumen vier Etagen höher verbunden sind, und in die alles entsorgt wird, was in die Ausgüsse gelangt. Hier war der unangenehme, muffige Geruch erneut wahrnehmbar.

Als derzeit wahrscheinlichstes Szenario wird davon ausgegangen, dass der Geruch,
möglicherweise durch die aktuelle Wetterlage begünstigt, über das Rohrsystem in den betroffenen Chemiesaal gelangte. Nachdem Messungen der Feuerwehr in den Räumen des Traktes ohne Befund gewesen waren, ließen sich im Bereich der Sammelbehälter verschiedene chemische Stoffe nachweisen, diese waren allerdings nur in Spuren vorhanden und lagen sämtlich in Konzentrationen weit unterhalb einer Gefahrenschwelle vor. Vorsorglich wurden sowohl der betroffene Keller wie auch der Chemietrakt bis zur Entsorgung der Sammelbehälter und Spülung der Rohrleitungen gesperrt.

Zwischenzeitlich hatte sich die Zahl der behandelten Schüler auf insgesamt 19 gesteigert. Ursache war in den meisten Fällen eine sogenannte Hyperventilation - eine beschleunigte und vertiefte Atmung, die häufig zum Beispiel durch Stresssituationen
ausgelöst wird. Auch machte einigen offensichtlich das Wetter zu schaffen. Die fünf Kinder aus dem Chemieunterricht wiesen nach längerer Beobachtung keine Symptome auf, die auf eine Gesundheitsstörung schließen ließen. Sie wurden wie die meisten anderen vom Rettungsdienst untersuchten und betreuten Kinder in die Obhut ihrer Eltern entlassen. Zuvor war bereits der Unterricht für alle Klassen für beendet erklärt worden. Fünf Kinder wurden allerdings noch zum Klinikum Niederberg transportiert, eines wegen einer leichten Fußverletzung, die es bei der
Räumung der Schule erlitten hatte, die anderen aufgrund einer anhaltenden Hyperventilation.

Neben Feuerwehr und Rettungsdienst war auch die Polizei mit mehreren Streifenwagen vor Ort. Sie sperrte die Birkenstraße zwischen Heidestraße und Kastanienallee, um die Rettungswege zur Einsatzstelle freizuhalten, und leitete den Verkehr um. Der Einsatz der Feuerwehr war nach gut drei Stunden beendet.
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