"Uns ist nichts passiert" - Rückmeldung von Frank Isfort nach dem Erdbeben in Ecuador

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„Am besten helfen kann man einfach vor Ort“, sagt Frank Isfort, der sich seit neun Jahren aktiv für Kinder in Ecuador einsetzt. Durch diesen Einsatz vor Ort wurde unter anderem die „Sonnenschule“, ein Lernzentrum für Schulkinder in Aguas Frias, Stück für Stück ausgebaut.
 
Wenn die fünf- bis 17-jährigen Kinder zur Sonnenschule kommen, erhalten sie Unterricht, der sie auch persönlich fördert. Unter anderem wird ihnen der Umgang mit einem PC beigebracht.
Schon seit vielen Jahren engagiert sich Frank Isfort aus Velbert in Ecuador. Dort hat er "San Andrés" gegründet, ein Kinderhilfsprojekt, das unter anderem eine Schule in Aguas Frías betreibt. Ein Dorf, das in unmittelbarer Nähe von Esmeraldas liegt, dort, wo vor wenigen Tagen ein Erdbeben viele Todesopfer forderte.

Das Wichtigste vorweg: "Es geht uns allen gut. Nichts ist in der Schule passiert, nichts ist kaputt und nichts ist verloren gegangen", so Frank Isfort. Nicht nur der Stadtanzeiger fragte besorgt nach, als die Nachricht von dem schlimmen Erdbeben bekannt wurde. "Danke für die vielen besorgten Nachfragen, die ich hiermit schnell beantworten möchte", so der Velberter, der sechs bis sieben Monate jeden Jahres in Ecuador verbringt.

"Ich war gerade im Büro, als plötzlich die Sonnenschule anfing zu wackeln. Oh ja, ein Erdbeben. Das habe ich schon öfter erlebt", beschreibt Isfort. "Dann wurde die Wackelei aber immer heftiger und so bin ich schnell raus gesprungen. Sicher ist sicher! Und dann stand ich da und konnte nicht fassen, wie sich die Sonnenschule und der Boden bewegten." Es sei unglaublich, wie viel das Schulgebäude, das er gemeinsam mit anderen Engagierten aufgebaut hatte, aushalten musste. "Die Stromleitungen schwankten wild hin und her und schließlich war das Licht weg."

Von all den Erdbeben, die er bisher in Ecuador miterlebt hatte, war dies mit einer Stärke von 7,8 mit Abstand das schlimmste. "Es hat mit über zwei Minuten auch sehr lange gedauert. Der Boden hat sich nur langsam wieder beruhigt. In der Nacht hat es noch über 70 Nachbeben gegeben, doch jetzt ist erst einmal Ruhe."

Der Großteil der Nachbarschaft sei während der Erschütterungen zusammengelaufen gekommen, einige von den jungen Mädchen hätten geschrien oder sogar geheult. "Und ,Laufen' kann man das eigentlich auch nicht nicht nennen, eher torkeln, denn es sah so aus, als ob sie volltrunken gewesen wären. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn der Boden so wackelt", so Isfort weiter.

Doch die Bewohner von Aquas Frías hatten noch Glück im Unglück: "In unserem Dorf Aguas Frías und auch in Atacames sind bis auf einige Mauern und ein schiefes Haus kaum etwas kaputt gegangen, was man von Muisne und Pedernales, wo das Epizentrum lag, nicht behaupten kann. Da soll die Hälfte der Häuser kaputt sein. Ich war am Sonntag mit unserer Helferin Mercedes da, um zu schauen, ob das Haus ihrer Familie dort Schaden genommen hat. Zum Glück nicht!" Den Süden der Küste von Ecuador habe es mehr erwischt und selbst in der Hauptstadt Quito sollen über 20 Häuser eingestürzt sein. "Warum bei uns so wenig passiert ist, obwohl wir sehr nah am Epizentrum liegen, ist mir ein Rätsel. Aber ich bin natürlich sehr froh darüber!" Jetzt seien alle mit den Folgen beschäftigt, noch lange wird das so sein. "In den vergangenen Tagen war eine komische Stimmung, es war sehr sehr ruhig und kaum was los. Selbst am Strand waren so gut wie alle Bars und Restaurants geschlossen", berichtet der engagierte Velberter weiter. "Es ist deutlich zu spüren, wie groß die Angst und auch die Erleichterung sind."

Mehr über Frank Isfort und das Kinderhilfsprojekt "San Andrés" auf http://san-andres-ev.de/
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