Unser erster "Weihnachtsengel": Margitta Fröhlich

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Unserer erster Engel: Margitta Fröhlich.

Der Stadtanzeiger hat gefragt: Wer ist für Sie, liebe Leser, ein echter "Engel"? Wer ist immer für andere da, hilft wo es nötig ist und macht nie viel Wirbel darum? Wir haben viele Vorschläge erhalten und wollen nun in der Adventszeit einige "Weihnachtsengel" vorstellen.

Margitta Fröhlich war im vergangenen Jahr ein Engel in der Gemeindeaufführung "Engelkonferenz", in diesem Jahr ist sie unser erster "Weihnachtsengel".
Sie selbst findet, sie mache gar nicht so viel, und eigentlich sei das ja sowieso selbstverständlich. Aber wenn man ein bisschen nachhakt, wird klar, dass sie eine ganze Menge – für andere – macht. Insbesondere in der evangelisch-methodistischen Gemeinde, für die sie als Ehrenamtliche unterwegs ist. "Ich bin so aufgewachsen, dass man anderen hilft, ganz egal, wo man auf Not oder Bedarf trifft", ist Margitta Fröhlichs schlichte Erklärung für ihr Engagement.

Ehrenamtliche in der Gemeinde

In der Gemeinde leitet sie zum Beispiel den Frauenkreis, kümmert sich um den Schaukasten und hilft beim "Marktfrühstück". "Wenn ich sonntags etwas früher zum Gottesdienst komme, fege ich auch schonmal die Treppe", sagt Fröhlich. Sie packt eben da mit an, wo es nötig ist oder wo ein Engpass ist. Also setzt sie sich auch unter anderem für die "Bibel-Clowns" ans Klavier und begleitet den Gemeindegesang, denn es gibt zurzeit keinen Organisten. "Ich war etwa 30 Jahre in der Hauskrankenpflege tätig", sagt die Velberterin. "Wenn man dann mit 55 aufhört, kann man sich doch nicht nur hinsetzen oder Staub putzen", meint sie lachend.
Doch ein wahrer "Weihnachtsengel" ist sie bereits seit über einem Jahrzehnt, denn sie und ihre Familie haben an Heiligabend immer einen Gast, der sonst ganz alleine wäre. "Angefangen hat das mit einem Afrikaner aus Togo, der eines Tages bei uns in der Gemeinde vor der Tür stand", erzählt Margitta Fröhlich. Heiligabend hat sie ihn kurzerhand mit nach Hause genommen. "Damals waren meine Tochter und die Enkelin noch dabei, und unser Gast hat französische Weihnachtslieder gesungen. Das war sehr schön." Diese erste spontane Aktion wurde sofort als Bereicherung für das Weihnachtsfest und die Familie wahrgenommen. "Seitdem essen wir Heiligabend immer mit jemandem, der nicht zur Familie gehört", erklärt Margitta Fröhlich.

Heiligabend immer jemand zu Gast

Ein Festmahl gibt es eher nicht, sondern einfach ein gemeinsames Essen. Bei der gläubigen Velberterin steht das Feiern von Jesu Geburt an Weihnachten eindeutig im Vordergrund – aber eben auch die Menschen. Und in der vergleichsweise kleinen Methodisten-Gemeinde weiß man eigentlich immer, wenn jemand Unterstützung braucht. Im vergangenen Jahr war ihr Weihnachtsgast zum Beispiel ein Gemeindemitglied, deren Mann gerade verstorben war. "Über die Rheuma-Liga oder den Chor und unser Marktfrühstück bekomme ich meist mit, dass jemand alleine ist, und spreche die Leute dann auch schonmal gezielt an", sagt Fröhlich.
Aber nicht nur an Weihachten, sondern auch bei einem Urlaub im Jahr haben die Fröhlichs meist Gäste. Wenn im Feriendomizil noch ein weiteres Zimmer zur Verfügung steht oder dazugemietet wird, dann kommen Menschen in den Genuss, mit den Fröhlichs in Urlaub zu fahren zum Beispiel für eine Woche nach Belgien oder in den Harz, die sich das sonst nicht leisten könnten. "Mein Mann unterstützt mich sehr dabei und schlägt das mittlerweile selbst vor", erzählt sie. "Er ist auch ein echter Engel!"
Nach dem Gespräch bei uns in der Redaktion machte sich Margitta Fröhlich auf den Weg nach Hause, um sich dort intensiv mit ihrer ganz speziellen Weihnachtsdekoration zu beschäftigen, die sie aus ihrer früheren ostdeutschen Heimat mitgebracht hat: Traditionelle Holzfiguren mit über 30 verschiedenen Instrumenten. Fröhlich: "Da hat jedes seinen Platz, die werden dann wie bei einem echten Orchester aufgestellt." Und zwar – raten Sie mal – zu einer Engelskapelle!
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