Wir sind bunt, 2. Teil der Serie: Neustart in Velbert Oscar Eduardo Araya Mendez (32): Einwanderer aus Costa Rica

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Seit gut drei Monaten lebt Oscar Eduardo Araya Mendez nun in Velbert. Dass er sich ausgerechnet die Wintermonate für seine Einwanderung ausgesucht hat, war anfangs hart für den 32-Jährigen

. „Aber ich habe mich schnell an die Kälte gewöhnt. Ich besitze eine dicke Jacke, die macht es erträglich.“ Bislang kannte der Lateinamerikaner eher das tropische Klima; Sommer, Sonne, Strand gehörten zum Alltag. Und trotzdem war Araya Mendez in der Heimat nicht mehr glücklich. Zoff mit der Familie, die „sehr materialistisch eingestellt ist“, wie der Neu-Velberter berichtet. Er, gelernter Maurer und im Baugeschäft tätig, parallel dazu mit einem Handygeschäft selbstständig, passte da nicht ins Raster.
Als Araya Mendez dann seine heutige Frau kennenlernte, war die Bereitschaft, ihr nach Europa zu folgen, schnell erreicht. „Sie ist Polin, aber in Velbert aufgewachsen“, erzählt der Costa Ricaner. Acht Monate hatte sie in dem mittelamerikanischen Land gearbeitet, genügend Zeit, sich kennen- und lieben zu lernen und einen Neustart zu planen. „Jetzt fange ich in Deutschland bei Null an, lasse meine Vergangenheit hinter mir.“ Der Neustart beginnt mit dem Erlernen der deutschen Sprache. Dazu besucht der 32-Jährige derzeit einen Kurs der Volkshochschule und kann sich - nach gerade einmal drei Monaten - schon auf Deutsch verständigen. „Die Grammatik ist sehr schwierig“, lautet seine Einschätzung. Doch er weiß, dass er nur mit guten Sprachkenntnissen die Chance auf einen Job hat. Den hat er bereits in Aussicht, erzählt er, möglicherweise kann er bei einer Zustellfirma in Düsseldorf anfangen.
Das deutsche Sozialsystem hat den Costa Ricaner überrascht. „Dass sich hier Menschen ohne Arbeit eine Wohnung und ein Handy leisten können, war für mich anfangs nicht nachvollziehbar.“ In seiner Heimat sei das anders: „Wer dort nichts verdient, hat auch nichts. Sozialleistungen vom Staat gibt es nicht.“
Die deutsche Kultur und Geschichte interessiert den Einwanderer sehr. „Gerade lese ich Goethes Werther. Allerdings in spanisch“, sagt er und schmunzelt. Aber auch die Straßenbahn in Düsseldorf, die Kö und Autobahnen sind neu und faszinieren den Costa Ricaner. „Es gefällt mir hier und ich fühle mich willkommen“, freut sich Oscar Eduardo Araya Mendez.
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