Die Kosten des gescheiterten Marktzentrums: Ein Meisterstück der Rechenkunst

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Wer die öffentlichen Angaben der Verwaltung zu den Kosten des Marktzentrums aufmerksam liest, kommt auf Gesamtkosten von gut 1,2 Millionen Euro. Diese Summe erhöht sich um gut eine halbe Million, wenn man die nicht öffentliche Vorlage in den Händen hält. Soviel verrät Die Linke. Daraus mit allerlei Winkelzügen insgesamt 93.000 Euro zu machen, zeigt vor allem Kreativität. Dabei ist diese „Gesamtsumme“ auch längst nicht vollständig, wie Die Linke bemerkt.

Fraktionsvorsitzender Harry Gohr: „Es ist schön, dass die Verwaltung so schnell auf die Anfragen reagiert. Befriedigend sind die Angaben aber nicht. Wir werden in der Sitzung am Dienstag in einigen Punkten nochmal nachhaken.“

Die Stadt führt Kosten für Beratung und Gutachten, die Löschung von Wegerechten, den Parkplatz Pestalozzischule, das Baubüro, die Informationsveranstaltungen, die Planungen zum Parkhausneubau Oststraße und den Personaleinsatz auf. Nicht erkennbar enthalten sind die Kosten für die europaweite Ausschreibung und die erfolgten Planungen, Umbauten und Sanierungen, z.B. am City-Ring und am Offers sowie die entgangenen Einnahmen durch Entmietungen, die städtische Werbeschrift im Stadtanzeiger usw.

„Es ist ja schön, dass Teile der Gelder in Arbeiten geflossen sind, die auch nach dem Aus für das Shopping-Center noch nutzbar sind. Doch damit wurden Mittel gebunden, die wir an anderer Stelle sinnvoller hätten einsetzen können. Etwa mit dem Abriss der Pestalozzischule für einen Parkplatz,“ erläutert Gohr.

Um dann ein persönliches Statement nachzuschieben: „Richtig wütend werde ich, wenn ich lese, dass für Freitag die Personalkosten keine richtigen Kosten seien. Auch wenn kein zusätzliches Personal eingestellt wurde: Durch den laufenden Stellenabbau herrscht bei der Stadt Personalknappheit. Viele Arbeiten bleiben liegen. Da Personalressourcen in Höhe von 300.000 Euro für so ein Wahnsinnsprojekt zu verballern und hinterher zu sagen, es habe uns nichts gekostet, ist doch eine Frechheit. Auch gegenüber den Mitarbeitern, deren Arbeit offenbar vom Verwaltungschef nicht wertgeschätzt wird.“

Dass Bürgermeister Freitag nach dem Fehlschlag mit HBB und ECE, den ‚Mercedes unter den Shopping-Center Investoren‘ dennoch weiter den Bau eines Marktzentrums auf dem Europaplatz forcieren will, überrascht nicht. Allerdings wird die Auswirkung auf die Entwicklungspotentiale der Innenstadt, u.a. in Bezug auf die Hertie-Reaktivierung, als wenig positiv eingeschätzt.
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Otfried Richter aus Velbert | 13.11.2013 | 17:34  
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