Gedenkstein hat seinen würdigen Platz bereits erhalten

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Im Rahmen der Innenstadtentwicklung Velbert-Mitte planen Bürgermeister und Verwaltung, den Mahn- und Gedenkstein für die Opfer des Faschismus umzulegen. Er soll seinen künftigen Platz an einer angeblich „würdigen Stelle“ in der hintersten Ecke des Offersplatzes, abseits der Öffentlichkeit, erhalten. Der Stein wurde 1988 aus Anlass fünfzigsten Jahrestages der Reichspogromnacht auf Druck eines großen Bündnisses aus Parteien (mit Ausnahme von CDU und FDP), Gewerkschaften, evangelischer und katholischer Kirchengemeinden, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten und vielen anderen aufgestellt. Die Schirmherrschaft hatte der damalige Bürgermeister Klaus Mühlhoff. In seiner Rede wies Mühlhoff darauf hin, dass das Mahnmal nicht nur an die unmenschlichen Verbrechen des Faschismus erinnern, sondern auch mahnen soll, dass solche Gräueltaten nie wieder von deutschem Boden ausgehen dürfen. Als Standort wurde einhellig der Platz an der Alten Kirche ausgewählt, im Bewusstsein, dass dort schräg gegenüber 1938 jüdische Geschäfte von den Nazis in Brand gesteckt und zerstört wurden.
Heute erleben wir in unserem Land eine erneute Rechtsentwicklung. Neonazis prügeln auf Andersdenkende ein, überfallen Kundgebungen. In unseren Nachbarstädten gibt es regelmäßig Aufmärsche. Antifaschisten, Ausländer und Flüchtlinge werden bedroht, überfallen und vielerorts Flüchtlingslager in Brand gesetzt. Statt rigoros gegen diese Entwicklungen vorzugehen, sollen in Velbert die Opfer verschwiegen werden und aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwinden. Verwaltung, Bürgermeister und Rat sollten Bert Brechts Worte „…der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch...“ ernst nehmen. Mahnung und Gedenken sind heute notwendiger denn je. DIE LINKE fordert: Der Gedenkstein muss auf seinem jetzigen Platz erhalten bleiben!

Sonja Spiekermann (Ratsfrau)
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