Neue Parkplätze an der Linderfeldstraße? Bürgermeister sucht das Gespräch mit den Umbau-Gegnern

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Bei der Bürgerversammlung der Interessengemeinschaft gegen den Umbau der Hauptstraße, auf der sich Bürgermeister Dr. Jan Heinisch kristischen Fragen stellte, ging es hoch her.

„Sie nehmen uns die Lebensqualität, Sie rauben einigen Leuten die Existenz!“
Da verlor der ansonsten stets an Sachlichkeit orientierte Bürgermeister ein bisschen die Contenance: „Ich habe Ihnen durch die Westfalenstraße nicht die Lebensqualität geraubt“, so sein Argument und er zählte die zahlreichen Schwierigkeiten auf, die überwunden werden mussten, um die Umgehungsstraße zu verwirklichen. „Ich habe einen sehr richtigen Weg beschritten, aber die Interessen an der Hauptstraße sind nicht überall gleich. Der eine möchte einen Parkplatz vor der Tür haben, der andere lieber einen breiten Bürgersteig, weil er Gastronomie betreibt.“
Zuvor gab es Beifall für die Forderung, die Hauptstraße solle funktional so bleiben, wie sie jetzt ist. Die beiden Sprecherinnen der Interessengemeinschaft, Monika Milz und Merle Lotz, monierten das Verwirrspiel um die Kosten, die auf die Grundstückseigentümer zukommen. Dr. Heinisch vermutet, dass die Kommunalaufsicht die defizitäre Stadt zwingen wird, den Höchstsatz von 80:20 beim Kommunalabgabengesetz anzusetzen.
Der Bürgermeister erinnerte daran, dass die geplante Form zur Umgestaltung der Hauptstraße in vier Workshops zusammen mit einem Planungsbüro entwickelt wurde. Den Vorwurf, dass man im „stillen Kämmerlein geplant“ habe, ließ er daher nicht gelten, nahm aber die Kritik an, dass man die unmittelbar Betroffenen hätte extra einladen sollen.
„Ich glaube nicht, dass wir in Summe weniger Parkplätze haben werden als vor der Eröffnung der Westfalenstraße.“ Mit der Inbetriebnahme der Umgehungsstraße wurde zur Kompensation von wegfallenden Stellflächen beim Bau des Basildonplatzes die linke Seite der Hauptstraße zum Parken frei gegeben. Viele Kunden fahren direkt bis vor die Tür, das schätzen viele Geschäftsinhaber. Monika Milz erinnerte daran, dass bei den Workshops diese Parkplätze noch nicht vorhanden waren: „Von den nun 40 Stellflächen zwischen Jahnstraße und Bahnhofstraße bleiben zehn übrig plus zwei Taxi-Stände.“
„Ändern kann man immer, es gibt aber auch Bürger, die 1.700 Unterschriften für eine reine Fußgängerzone gesammelt haben“, gab das Stadtoberhaupt zu bedenken. Heinisch hält es für schwierig, „hier wieder ein Fass aufzumachen.“ Merle Lotz warf ein, dass es den Betroffenen nicht um eine komplette Neuplanung ginge. Und Dr. Heinisch bot an, zusätzliche Parkplätze an der Linderfeldstraße zur Verfügung zu stellen und eine 50-Meter-Direktverbindung zur Hauptstraße zu schaffen, weitere Stellflächen seien vor St. Suitbertus möglich.
Noch in dieser Woche möchte sich der Bürgermeister mit den Betroffenen vor Ort treffen. Merle Lotz kann sich mit dieser Kompromissbereitschaft anfreunden, Monika Milz prophezeit, dass Parkplätze an der Linderfeldstraße nicht angenommen werden.

Termin

Die Interessengemeinschaft gegen den Umbau der Hauptstraße hat nochmals an den Stadtrat eine Vorschlagsliste bezüglich möglicher Einsparmöglichkeiten übergeben. Erneut werden relevante Fragen an Dr. Jan Heinisch gestellt. Das Treffen mit dem Bürgermeister findet am Donnerstag, 9. April, um 18.30 Uhr im Ratskeller statt. Hierzu sind interessierte Heiligenhauser eingeladen.
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