Rutschpartie ins Aus

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  Bereits im Januar wurde im Jugendhilfeausschuss der Entschluss gefasst, dass 13 städtische Spielplätze in Heiligenhaus aufgegeben werden sollen. Die knappe Mehrheit von CDU und FDP reichte dafür aus. "Eine folgenschwere Entscheidung, über dessen Tragweite sich viele Bürger gar nicht bewusst sind", kritisiert Ingmar Janssen, Vorsitzender der SPD Heiligenhaus. Mit dem Antrag der beiden Parteien seien er und die anderen Sozialdemokraten regelrecht überrumpelt worden. Damit jetzt wenigstens die Bürger darüber informiert werden, was da gerade genau in der Stadt passiert, ist er heute mit weiteren SPD-Mitgliedern an einem Infostand in der Innenstadt vertreten, um schwerpunktmäßig über den Wegfall der Spielflächen zu informieren.

Denn diese werden jetzt, wo das Wetter besser wird und eigentlich nach draußen lockt, nach und nach abgebaut. "Betroffen sind sowohl reine Spielplätze als auch Bolzplätze", weiß Janssen. Die schlechte Haushaltslage der Stadt und die damit verbundenen nötigen Sparmaßnahmen haben zu der Beschlussvorlage der Verwaltung geführt. Schließlich wurde einem Antrag der CDU und der FDP im Jugendhilfeausschuss zugestimmt. Es handle sich um nicht mehr zeitgemäße, schlecht frequentierte Spielflächen.

"In Heiligenhaus gibt es in Summe rund 30 bis 35 städtische Bolz- und Spielplätze", informiert Janssen. "13 davon sollen nun aufgegeben werden. Das sind einfach viel zu viele!". Dass die Haushaltssituation der Stadt kritisch ist und Sparmöglichkeiten gesucht und gefunden werden müssen, steht für ihn natürlich auch außer Frage. Und dass Spielplätze und Bolzplätze den Sparmaßnahmen zum Opfer fallen müssen, sei auch durchaus verständlich. "Aber die Menge ist erschreckend. Und wir wollen klar stellen, dass die SPD nicht hinter dieser Entscheidung steht." Der Spielplatz Am Siepen und auch der am Rotdornweg seien wirklich in einem schlechten Zustand und wenig frequentiert, findet der Sozialdemokrat. Andere Spielplätze aber seien durchaus erhaltenswert und der Abbau bedeute ein großer Verlust für die Anwohner.

"Die Herangehensweise ist völlig falsch gewesen. Die Spiel- und Bolzplätze wurden nicht ausreichend gepflegt und saniert, so dass die Besucher nach und nach weg blieben", sagt der Vorsitzende der SPD. "Diese fehlenden Besucher dann wiederum als Begründung zu nennen, warum sich der Erhalt nicht lohne, kann doch nicht richtig sein." Vor allem, wenn man bedenke, dass der Bewegungsmangel bei Kindern immer kritisiert werde. "Sollte es nicht eigentlich unser Ziel sein, mehr Angebote solcher Art für die Kinder der Stadt zu schaffen?"

Nun aber sei die Entscheidung gefallen, der Abbau der Spielgeräte beginnt. "Die Frage, die man sich laut Janssen nun stellen sollte, ist folgende: Was passiert mit den Flächen?" Auch darum sollen sich die Gespräche beim heutigen Infostand drehen. "Die Heiligenhauser sollen eben nicht nur informiert sein, sondern auch kritisch hinterfragen, welche Folgen solche Entscheidungen haben." Der Bereich Grünbetrieb der Stadt verfüge über ausreichend Budget, um Blumenampeln aufzuhängen und zu pflegen, aber nicht, um die Spielplätze zu betreuen, hinterfragt Ingmar Janssen weiter. "Keine Frage, die Blumenampeln sind schön und werten das Stadtbild auf, aber die Priorität sollte doch eigentlich anders liegen."

Und auch die zukünftige Nutzung der 13 Flächen, interessiert die Mitglieder der SPD Heiligenhaus: "Teilweise gibt es Gespräche rund um Wohnbebauung, an anderer Stelle heißt es, dass die Fläche erstmal frei zuwachsen dürfte. Wir werden die Stadt diesbezüglich um Antworten bitten."

Spielplätze:
1. Am Siepen
2. Gohrstraße
3. Roßdeller Straße
4. Leipziger Straße
5. Rotdornweg
6. Christine-Teusch-Weg
7. Gustav-Heinemann-Straße (Bolz- und Spielplatz)
8. Mönchssiepen
9. Dresdner Straße
10. Spessartstraße
11. Röhnstraße
12. Zum Wassermangel (Bolzplatz)
13. Haydnweg
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